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«Ich brauche 1000 – bis morgen früh»

Im Konflikt mit Kuba war der leidenschaftliche Raucher John F. Kennedy nicht immer konsequent – zur grossen Freude britischer Zigarren-Enthusiasten.

Die Sache mit den Zigarren: Pierre Salinger erzählt.

Kuba war eine der schwierigsten Herausforderungen für den amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy. Der langjährige Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Inselstaat gewann Anfang der Sechzigerjahre wieder an Schärfe, nachdem die kubanische Regierung amerikanische Firmen enteignet hatte. Im Juli 1960 antworteten die USA, indem sie den Import von Zucker aus Kuba drastisch reduzierten.

In der Folge kaufte die Sowjetunion mehr Zucker vom Karibikstaat, dessen revolutionäre Machthaber um Fidel und Raúl Castro fortfuhren, einen sozialistischen Staat zu errichten – sehr zum Ärger von Kennedy. Mit einem Präsidialerlass weitete er das Waffenembargo, das seit 1958 in Kraft war, auf empfindliche Handelsbeschränkungen aus.

Sorge wegen geliebter Zigarren

Ein Akt der Selbstgeisselung, wie viele Zeitgenossen damals glaubten: Kennedy war schliesslich ein leidenschaftlicher Raucher kubanischer Zigarren. Doch ein Zeitzeuge berichtete später, dass der Präsident keineswegs gewillt war, auf den aromatischen Dunst zu verzichten.

Im Gegenteil: Wie die Webseite CigarCyclopedia nun für alle Zigarrengeniesser in Erinnerung rief, bereitete ihm der drohende Verlust ernsthafte Sorgen. In einem Video berichtet sein damaliger Pressesprecher Pierre Salinger (im Oktober 2004 in Frankreich verstorben), wie der Präsident ihn zu sich rief – kurz vor dem Inkrafttreten der Sanktionen.

«Ein sehr schwieriger Auftrag»

Laut Salinger war es gegen 17 Uhr, als Kennedy ihn auf das drängende Problem ansprach: «Ich brauche wirklich Hilfe!». Daraufhin erwiderte Salinger: «Was möchten Sie, Mr. Präsident?» «Ich brauche einige Zigarren» «Schön, wie viele brauchen Sie?» «Tausend.» «Wann brauchen Sie sie?» «Morgen früh» «Das ist ein sehr schwieriger Auftrag. Aber ich werde sehen, was ich tun kann», erwiderte Salinger.

Am nächsten Morgen kam der Pressesprecher um 8 Uhr ins Büro und ging zum Präsidenten. «Wie viele haben Sie bekommen?», fragte Kennedy. «1200.» «Fantastisch!», sagte der Präsident, so erzählt Salinger in dem Film, öffnete seine Schreibtischschublade, entnahm das Dekret mit den Handelsverboten für kubanische Produkte. Und unterschrieb.

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