Frauen werden seltener, aber schneller spielsüchtig als Männer

Spielsucht kann Leben in allen Schichten und Altersklassen zerstören. Glücksspiel-Forscher haben nun geschlechtsspezifische Unterschiede untersucht.

Etwa 20 Prozent der krankhaften Glücksspieler sind weiblich: Eine Frau mit Spielchips im Casino von Pasay City auf den Philippinen. (14. März 2013)

Etwa 20 Prozent der krankhaften Glücksspieler sind weiblich: Eine Frau mit Spielchips im Casino von Pasay City auf den Philippinen. (14. März 2013)

(Bild: Reuters Erik De Castro)

Frauen werden seltener, aber dafür schneller spielsüchtig als Männer. Zudem seien spielsüchtige Frauen im Unterschied zu Männern in ihrer Kindheit häufiger schwer traumatisiert worden, erklärte Andrea Wöhr von der Forschungsstelle Glücksspiel der deutschen Universität Hohenheim auf einer Tagung zu geschlechtsspezifischen Unterschieden der Spielsucht. So berichteten von hundert weiblichen und hundert männlichen Glücksspielern, die stationär in Behandlung waren, 70 Prozent der Frauen und damit doppelt so viele wie Männer von körperlicher Gewalt, sexuellem Missbrauch oder Vernachlässigung in der Kindheit.

Nach Schätzungen sind etwa 80 Prozent der krankhaften Glücksspieler Männer. Männer gleiten meist schon in jüngeren Jahren in die Spielsucht ab. Während der Altersgipfel bei den therapiesuchenden Männern zwischen 30 und 39 Jahren liegt, sind die betroffenen Frauen im Schnitt zehn Jahre älter. Ihre Sucht nimmt dann aber einen rascheren Verlauf – mit allen Folgen wie Überschuldung und soziale Isolierung.

Männer neigen demnach generell eher zu Geschicklichkeitsspielen als Frauen. An Sportwetten nehmen in Deutschland laut einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) fast viermal so viele Männer teil als Frauen. Entsprechend häufiger sind Männer in Wettbüros und auf der Rennbahn zu finden. Frauen beteiligen sich hingegen stärker bei Fernsehlotterien. Insgesamt nahmen im vergangenen Jahr 44,7 Prozent der Männer und 33,5 Prozent der Frauen an Glücksspielen teil.

abr/AFP

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