Zum Hauptinhalt springen

Angst um Kinder: Die grösste Gefahr lauert zu Hause

Eltern schätzen den Strassenverkehr als Hauptunfallgefahr für ihre Kinder ein. Zahlen aus Deutschland belegen, dass sie damit falsch liegen.

Eltern unterschätzen nach Ansicht von Experten die Unfallgefahr für Kinder in den eigenen vier Wänden. In einer heute vorgestellten Interneterhebung für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sah die überwiegende Mehrheit der 331 befragten Eltern den Strassenverkehr als das grösste Risiko für den Nachwuchs. Dabei waren die meisten Unfälle den Angaben zufolge daheim oder in der Freizeit geschehen, obwohl 82 Prozent der Eltern glauben, dass das Unfallrisiko für ihr Kind zu Hause oder im Garten gering ist. Verkehrsunfälle haben 2010 nur 14 Prozent ausgemacht.

Ein Drittel der Kinder hatte gemäss der Studie bereits einen Unfall. 60 Prozent davon ereigneten sich zu Hause. Mit 57 Prozent sind die meisten Unfälle Stürze. Nur 15 Prozent der Eltern halten dies indes für die grösste Gefahr. Am häufigsten ist dabei der Kopf des Kindes betroffen: In 37 Prozent der Missgeschicke war den Eltern zufolge der Kopf verletzt. Der Anteil der Kopfverletzungen ist umso höher, je jünger das Kind ist. Er liegt bei den Sechsjährigen bei 33 Prozent; bei den Drei- bis Vierjährigen ist bei jedem zweiten Unfall eine Verletzung des Kopfes die Folge, bei Einjährigen bei rund 70 Prozent.

«Kinderunfälle sind vermeidbar»

Die Präsidentin der deutschen Arbeitsgemeinschaft «Mehr Sicherheit für Kinder», Stefanie Märzheuser, rief Eltern aufgrund der Daten der Unfallversicherer zu grösserem Risikobewusstsein auf. «Kinderunfälle sind vermeidbar. Gerade in Grossstädten sind etwa Fenstersicherungen unverzichtbar. Wer keine hat, handelt fahrlässig.»

Obwohl die Mehrzahl der Eltern die Gefahren für ihre Kinder im Strassenverkehr als sehr hoch einschätzt, sind sie nur bedingt gute Vorbilder: Mehr als die Hälfte der Eltern trägt gemäss den neuen Zahlen beim Velofahren nie oder selten einen Helm.

Die Küche ist für Kinder besonders gefährlich: Dort drohen Verbrühungen und Verbrennungen durch heisses Fett, siedendes Wasser auf dem Herd oder die glühende Herdplatte. Auch ätzende Putzmittel und andere giftige Substanzen stehen oftmals in Reichweite von Kleinkindern. Obwohl rund 40 Prozent der Eltern die Küche als grosse Unfallgefahr sehen, lassen ebenso viele Mütter und Väter bereits Kleinkinder bis fünf Jahre unbeaufsichtigt in die Küche. Und ab sechs Jahren halten sich bereits 81 Prozent der Kinder alleine in der Küche auf.

dapd/rbi

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch