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Studie: Die Formel der perfekten Lippen

Angelina Jolie hat einen Schmollmund, Scarlett Johansson ebenfalls. Die perfekte Lippenform soll gemäss US-Forschern aber nicht das Volumen, sondern die Proportion ausmachen.

Auch die von Scarlett Johansson sind beliebt. Forscher wollen nun die Formel für perfekte Lippen bei weissen Frauen herausgefunden haben. (21. April 2015)
Auch die von Scarlett Johansson sind beliebt. Forscher wollen nun die Formel für perfekte Lippen bei weissen Frauen herausgefunden haben. (21. April 2015)
Joel Ryan/Invision/AP, Keystone
Dank der Studie dürfte Model Miranda Kerr noch mehr strahlen. Ihr Mund erfüllt die erforschten Schönheitskriterien. (15. November 2011)
Dank der Studie dürfte Model Miranda Kerr noch mehr strahlen. Ihr Mund erfüllt die erforschten Schönheitskriterien. (15. November 2011)
AP Photo/Evan Agostini, Keystone
«Eine mathematische Berechnung von Schönheit ist schwierig», meinen andere Experten kritisch. Bei Julianne Moore – hier am Filmfestival in Cannes – sehen die Lippen eher 1:1 aus. (11. Mai 2016)
«Eine mathematische Berechnung von Schönheit ist schwierig», meinen andere Experten kritisch. Bei Julianne Moore – hier am Filmfestival in Cannes – sehen die Lippen eher 1:1 aus. (11. Mai 2016)
AP Photo/Joel Ryan, Keystone
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Gibt es eine Formel für den ästhetisch «perfekten» Mund? US-Forscher haben sie nach eigenen Angaben zumindest für weisse Frauen gefunden. Sie zeigten rund 580 Probanden verschiedene Frauenporträts mit Computer-veränderten Lippenformen und liessen sie dann die attraktivsten Gesichter auswählen.

Das Ergebnis beschreibt das Chirurgenteam um Natalie Popenko von der University of California (Irvine) im Fachjournal «Jama Facial Plastic Surgery»: Gesichter mit Mündern, deren Unterlippe doppelt so gross ist wie die Oberlippe, werden als besonders schön empfunden. Zugleich ist der ideal aussehende Mund etwa um die Hälfte grösser als der im Originalgesicht und nimmt von der Fläche her knapp zehn Prozent des unteren Gesichtsdrittels ein.

Echte Münder verändert

Ihrer mehrstufigen Arbeit legten die Mediziner 20 Originalbilder von weissen Frauen im Alter von 18 bis 25 Jahren zugrunde. In die Gesichter wurden deren Münder dann in fünf verschiedenen Grössen projiziert – deutlich verkleinert bis hin 250 Prozent vergrössert. Nach der Bewertung dieser 100 Fotos testeten sie in einer zweiten Runde bei den beliebtesten 15 Gesichtern je vier Variationen des Verhältnisses von Ober- zu Unterlippe. Abschliessend wurden bei den Favoriten die Grösse der Münder ins Verhältnis zum unteren Gesichtsdrittel gesetzt und berechnet.

Diese Methode erlaube, mit Blick auf insgesamt harmonische Gesichtsproportionen die attraktivsten Lippen zu bestimmen, schreiben die Forscher. «Die Lippendimensionen und -verhältnisse in dieser Studie könnten als Richtlinie dienen.»

Die Schönheitschirurgin Catherine Winslow (Indiana University) zieht in einem Kommentar drei Schlüsse aus der Arbeit. «Erstens, es gibt so etwas wie ein ‹zu viel›, wenn es um Lippenfüller geht. Zweitens, Proportionen und Lippenverhältnis müssen berücksichtigt werden. Drittens, es gilt die Balance der Lippenregion zu erhalten.»

Ergebnis unterschiedlich bewertet

Experten sind uneins über den Nutzen der Studie. «Eine mathematische Berechnung von Schönheit ist schwierig», sagt Vincenzo Penna von der Uniklinik im deutschen Freiburg, Mitglied der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC).

Dennoch sei eine solche Herangehensweise an die Frage «Was ist schön?» wissenschaftlich interessant. «Weil dadurch die qualitative Beschreibung von Ästhetik durch eine quantitative Dimension ergänzt wird.» Dies könne im Beratungsgespräch mit Patientinnen hilfreich sein.

Orientierung am Gesicht

Dennis von Heimburg, Präsident der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC), hält die Ergebnisse für wenig hilfreich – auch, weil die zur Auswahl stehenden Porträts zum Teil sehr unecht aussähen. Zum anderen sei das als attraktiv empfundene Lippenvolumen bereits bekannt.

«Der Plastische Chirurg muss die gewünschte Lippenform und die Verteilung des Volumens am Gesicht orientiert ausarbeiten.» Auch der Zahnstand der Patientin sei da wichtig. Werde der nicht berücksichtigt, könnten Oberlippen schnell «aufgepumpt» aussehen.

(SDA)

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