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Der Weltprogrammierer

Sascha Thöni aus Pfäffikon schafft das digitale Gerüst für den interaktiven Schweizer Weltatlas. Das Lehrmittel erhält somit eine elektronische Version.

Programmierer des preisgekrönten Atlas-Projekts: Sascha Thöni, technischer Mitarbeiter an der ETH.
Programmierer des preisgekrönten Atlas-Projekts: Sascha Thöni, technischer Mitarbeiter an der ETH.
David Kündig

Das Büro von Sascha Thöni am Institut für Kartografie und Geoinformation an der ETH Zürich ist karg eingerichtet. Anders, als man erwarten könnte, sind die Wände nicht zutapeziert mit Landkarten aus aller Welt. Nur zwei hängen da: eine der Stadt Zürich und eine von Neuseeland. «Als ich vor zweieinhalb Jahren einige Monate durch Neuseeland reiste, bekam ich die Zusage, dass ich die Stelle hier am Institut bekomme», sagt Thöni. Er ist ein bekennender Fan von Neuseeland, hat aber auch schon andere Reisen gemacht, etwa nach Russland, Lettland, Kroatien oder Hongkong.

Seit seiner Rückkehr gehört Thöni zum Team von Institutsleiter Lorenz Hurni. Der Professor überarbeitet die Buchform des Schweizer Weltatlas und ist seit 2006 daran, den Atlas mit einer interaktiven Version zu ergänzen. Programmiert wird dieses interaktive Werk hauptsächlich von Sascha Thöni. Der in Mönchaltorf aufgewachsene und nun in Pfäffikon wohnhafte Software-Entwickler ist der einzige technische Mitarbeiter in Hurnis Team, die anderen sind wissenschaftliche Mitarbeitende. Laut Hurni programmiert Sascha Thöni den Atlas und ist dafür verantwortlich, dass die interaktiven Funktionen benutzerfreundlich sind und die Bedienung schnell funktioniert.

Lehre als Elektroniker

Eine spezielle Zuneigung zu Karten hat Thöni eigentlich nicht. Er ist ja auch der Programmierer. In der Sekundarschule löste er die vom Lehrer gestellten Atlasübungen wie die anderen in der Klasse auch. Mehr Erfahrung mit Kartografie hatte er bei Jobbeginn nicht. Immerhin, in seiner Wohnung hat er zur Beleuchtung einen Globus aufgestellt.

Nach der Schulzeit absolvierte Thöni eine Lehre als Elektroniker. «Obwohl man mir sagte, Informatiker wäre ideal für mich, entschied ich mich für diese Lehre. Ich wollte etwas mit den Händen tun», sagt Thöni. Nach der Lehre, der Rekrutenschule und einem Job als Verkäufer bei einem Elektronikhändler begann er ein Studium an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Winterthur. «Dort landete ich dann doch beim Programmieren.»

Den Berg virtuell betrachten

«Das Spannende hier am Institut ist die Zusammenarbeit mit den wissenschaftlichen Mitarbeitenden im Team», sagt Thöni. «Ideen werden entwickelt, die ich dann für das Programm des interaktiven Atlas umsetze.» Der bald 28-Jährige hat das Grundgerüst des interaktiven Atlas programmiert. «Die Herausforderung in der Programmierung ist die Lösung von konkreten Problemen. Und natürlich das Herausfinden von neuen Möglichkeiten zur Darstellung von Karteninformationen.»

Neues möchte der Tüftler auch in seiner Freizeit programmieren. So arbeitet er an einer Applikation für das iPhone. Um was es sich dabei handelt, ist geheim. Neben Applikationen interessiert sich Thöni generell für die neusten elektronischen Geräte. «Da bin ich immer auf dem neuesten Stand», sagt Thöni. So möchte er sein Hobby, das Snowboarden, mit seinen Fähigkeiten als Software-Entwickler verbinden. «Letzthin kam mir die Idee, für Snowboarder eine digitale Karte der Schweiz zu programmieren. Am Computer könnten die Snowboarder vor einer Tour einen Ausschnitt anwählen und den zu befahrenden Berg als Blockbild darstellen lassen», erklärt er. So kämen sie bei der Planung einer Tour im Hochgebirge in kurzer Zeit zu Informationen über den Berg, die Route oder das Gefälle.

Noch konzentriert sich Thöni aber auf den Schweizer Weltatlas. Das Projekt ist jedoch bald fertig und wurde bereits mit anerkannten Preisen ausgezeichnet. Gemäss Institutsleiter Hurni steht aber schon ein neues Projekt in Aussicht. 2015 soll eine stark überarbeitete Version des Schweizer Weltatlas erscheinen. Da wird es sicher wieder etwas zu Programmieren geben.

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