Zum Hauptinhalt springen

«Die Veränderungen kommen bald»

Wissenschaftler aus Hawaii kommen in einer neuen Studie zum Schluss: Was wir heute als Extremwetter empfinden, könnte schon in wenigen Jahrzehnten normal sein.

Optimistisch gerechnet würden bereits vor 2050 eine Milliarde Menschen betroffen sein: Waldbrand in Arizona. (Archiv)
Optimistisch gerechnet würden bereits vor 2050 eine Milliarde Menschen betroffen sein: Waldbrand in Arizona. (Archiv)

Die extremen Wetterphänomene der Vergangenheit werden laut einer neuen Studie schon bald Alltag sein. Wenn der Ausstoss an Treibhausgasen auf dem heutigen Niveau bleibe, würden bislang als extrem empfundene Wetterlagen wie etwa grosse Hitze ab 2047 zur Normalität, heisst es in einer in der Fachzeitschrift «Nature» veröffentlichten Studie. Als erstes würden die Tropen von den Veränderungen betroffen sein, erklärten die Wissenschaftler von der Universität Hawaii. Gerade diese Regionen seien aber nicht auf einen heftigen Klimawandel vorbereitet.

Die Wissenschaftler nahmen als Grundlage ihrer Berechnungen die Wetteraufzeichnungen der vergangenen 150 Jahre, die als zuverlässig gelten. Aus diesen Daten suchten sie für verschiedene Weltregionen die extremen Wetterwerte heraus, etwa ungewöhnlich hohe Temperaturen. Dann verglichen sie diese mit den zu erwartenden Wetterlagen in den kommenden Jahrzehnten. Schliesslich berechneten sie für jede Region das Jahr, in dem die Extremlagen der Vergangenheit zur Normalität werden. Berücksichtigt wurden unter anderem Luft- und Wassertemperaturen, Niederschläge und die Säure der Ozeane.

«Die Veränderungen kommen bald»

Die Resultate hätten sie überrascht, erklärte ein Mitautor der Studie, Camilo Mora. «Egal welches Szenario zu Grunde gelegt wird, die Veränderungen kommen bald.» Als erstes werden den Berechnungen zufolge tropische Gegenden betroffen sein. Das Jahr der Klimaveränderung wurde für Indonesien auf 2020 berechnet, für Moskau hingegen erst auf 2063.

«Unsere Resultate deuten darauf hin, dass die Länder zuerst getroffen werden, die die wenigsten Reaktionsmöglichkeiten haben», erklärte der Mitautor Ryan Longman. Ironischerweise seien das zugleich die Staaten, die am wenigsten zum Klimawandel beitrügen. Da tropische Pflanzen und Tiere nicht an starke Klimaveränderungen gewöhnt sind, werden diese laut der Studie besonders unter dem Wandel leiden.

Optimistisch gerechnet würden bereits vor 2050 eine Milliarde Menschen vor allem in Entwicklungsländern von den extremen Wetterlagen betroffen sein, erklärte Longman. Unter Berücksichtigung der derzeit üblichen Annahmen seien es sogar fünf Milliarden Menschen.

(AFP)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch