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Fachblatt zieht umstrittene Genmais-Studie zurück

Ein Jahr nach der Veröffentlichung einer umstrittenen Studie zur Krebsgefahr durch Genmais hat das betreffende Fachmagazin beschlossen, die Arbeit zurückzuziehen.

Unbedenklicher Gentech-Mais? Französische Krebsstudie mit Ratten genügt den wissenschaftlichen Anforderungen nicht
Unbedenklicher Gentech-Mais? Französische Krebsstudie mit Ratten genügt den wissenschaftlichen Anforderungen nicht
Keystone

Eine Forschergruppe um Gilles-Eric Séralini von der Universität im westfranzösischen Caen hatte im November 2012 berichtet, dass der gentechnisch veränderte Mais NK603 des Herstellers Monsanto bei Ratten Krebs verursache.

Die Wissenschaftler hatten die Tiere zwei Jahre lang mit dem Genmais gefüttert und auch dem zugehörigen Pflanzenschutzmittel Glyphosat ausgesetzt. Séralini führte den frühen Tod der Ratten auf den genetisch veränderten Mais zurück.

Zahlreiche Wissenschaftler und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatten der Untersuchung, die im Fachmagazin «Food and Chemical Toxicology» erschienen war, schwere Mängel bescheinigt. Der Chefredaktor des US-Fachblatts betonte, die in der Studie veröffentlichten Daten seien zwar richtig, aber nicht aussagekräftig genug.

Gentech-Debatte angefeuert

Sie liessen keine definitiven Schlussfolgerungen zu, ob der Genmais oder das Pflanzenschutzmittel bei den Ratten Krebs auslöst oder sie umbringt. Es gebe Bedenken, dass die Zahl der Versuchstiere zu niedrig und der verwendete Rattenstamm für die Experimente nicht geeignet gewesen sei, hiess es.

Die Untersuchung von Séralini hatte die Debatte um die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen in Europa neu befeuert. Der Mais NK603 ist in der Europäischen Union als Rohstoff für die Lebensmittelindustrie oder als Futtermittel zugelassen, aber nicht zum Anbau.

Er wird nach Angaben von Christoph Then vom Verband Testbiotech von der europäischen Lebensmittelindustrie jedoch gemieden, wie andere gentechnisch veränderte Pflanzen auch.

(SDA)

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