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Spekulationen über Ison

Ein Komet fliegt nahe an der Sonne vorbei. Zunächst vermuten Wissenschaftler, das habe er nicht überstanden. Dann entdecken sie Lichtstreifen, die darauf hindeuten, dass der Komet doch noch existiert.

Die Sonne war ihm wohl zu heiss: Ison unterwegs im Weltall.
Die Sonne war ihm wohl zu heiss: Ison unterwegs im Weltall.
Keystone
Am 8. Mai 2013 ist der Komet Ison noch 685 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. In dieser vom Weltraumteleskop Hubble gemachten Aufnahme sind die Koma und der Schweif aber schon deutlich zu erkennen.
Am 8. Mai 2013 ist der Komet Ison noch 685 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. In dieser vom Weltraumteleskop Hubble gemachten Aufnahme sind die Koma und der Schweif aber schon deutlich zu erkennen.
Nasa/Hubble Teleskop, Reuters
Am 8. November 2013 hat sich Ison der Erde bis auf 164 Millionen Kilometer genähert. In dieser Aufnahme, die vom Marshall-Raumfahrtzentrum der Nasa in Alabama mit einem 36-cm-Teleskop gemacht wurde, ist der grünlich schimmernde Schweif gut sichtbar.
Am 8. November 2013 hat sich Ison der Erde bis auf 164 Millionen Kilometer genähert. In dieser Aufnahme, die vom Marshall-Raumfahrtzentrum der Nasa in Alabama mit einem 36-cm-Teleskop gemacht wurde, ist der grünlich schimmernde Schweif gut sichtbar.
Nasa, Reuters
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Nach seiner Reise an der Sonne vorbei hiess es zunächst, das habe der Komet Ison wohl nicht überstanden. Nun zeigen neue Aufnahmen der US-Raumfahrtbehörde Nasa von Freitag einen Lichtstreifen: Das könne bedeuten, dass zumindest Teile des Kometen doch noch existierten, erklärten Wissenschaftler.

Ison wurde vor gut einem Jahr entdeckt, seine Geschwindigkeit in Richtung Sonne betrug im Januar etwa 64'000 Stundenkilometer, Tendenz steigend. Vor einer Woche wurde er mit 240'000 Stundenkilometern gemessen. Am Donnerstag sollte er nach Angaben von Astronomen seine Höchstgeschwindigkeit von 1,33 Millionen pro Stunde erreichen.

Wenige Tage später fiel er auseinander

Zunächst hatten Bilder gezeigt, wie sich der Komet seinem sonnennächsten Punkt am Donnerstag annäherte, doch als er sich wieder entfernen sollte, war nur noch eine Staubspur zu sehen. «Es sieht so aus, als hätte Komet Ison die Reise nicht überlebt», erklärte Nasa-Sonnenforscher Karl Battams.

Später schrieb Battams in seinem Blog, dass es so aussehe, dass zumindest ein kleiner Teil von Ison in einem Stück geblieben sei. Allerdings könnte es trotz eines weiterhin vorhandenen festen Kerns sein, dass der Komet nicht mehr lange existieren werde. Vor zwei Jahren war ein kleinerer Komet nahe an der Sonne vorbeigeflogen und hatte das zunächst überstanden. Wenige Tage später allerdings fiel er auseinander.

Ein hübsches Schauspiel

Die Europäische Weltraumbehörde, die den «Tod» des Kometen via Twitter am späten Donnerstagabend erklärt hatte, zog ihre Meldung am frühen Freitag zurück und teilte mit, der Komet überrasche noch immer. Alan Fitzsimmons, Astronom an der Queens-Universität in Belfast sagte, es habe den Anschein, als ob ein Objekt da sei, das aus Masse bestehe.

Wenn Ison an der Sonne vorbeigekommen sein sollte, würde er in den kommenden Tagen ein hübsches Schauspiel am Nachthimmel bieten. Denn Kometen ziehen eine Schleppe aus Staub oder Ionen hinter sich her, die vom Sonnenwind zum Leuchten gebracht wird. Diesen Schweif könnten dann alle Menschen nördlich des Äquators bestaunen. Die grösste Erdnähe würde Ison im Fall der Fälle am 26. Dezember erreichen.

(AP)

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