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Studie: Klimaerwärmung legt eine Pause ein

Die Erderwärmung ist im letzten Jahrzehnt laut einer US-Studie weniger schnell vorangeschritten als erwartet. Die ETH Zürich spricht zwar von einer guten Nachricht, will aber keine Entwarnung geben.

Die Gefahr ist nicht gebannt: Ein ausgetrockneter See in Santiago, Chile. (Februar 2012)
Die Gefahr ist nicht gebannt: Ein ausgetrockneter See in Santiago, Chile. (Februar 2012)
Reuters

Die Temperaturen sind bei der Klimaerwärmung im vergangenen Jahrzehnt nach einer Studie weniger stark gestiegen als angenommen. Diese «Pause» bei der Erderwärmung lasse die schlimmsten Szenarien für den Klimawandel in diesem Jahrhundert unwahrscheinlich werden, erklärten Wissenschaftler in einem Beitrag für das Magazin «Nature Geoscience» am Sonntag.

Die Erwärmung bleibe aber voraussichtlich deutlich über dem von der internationalen Gemeinschaft angestrebten Ziel, den Anstieg auf zwei Grad im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung zu begrenzen, hiess es weiter.

Prognosen könnten angepasst werden

Während das letzte Jahrzehnt zwar das heisseste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880 gewesen sei, sei der Anstieg der Temperatur zwischen 2000 und 2009 niedriger ausgefallen als vielfach erwartet, heisst es in der Untersuchung, in die neue Temperaturdaten und Messungen zur Wirkung der Sonnenstrahlung auf die Atmosphäre einflossen. Die Klimapolitik könne deshalb bei Prognosen für die weitere Entwicklung grundsätzlich von einem «niedrigeren Wertbereich» ausgehen.

Tatsächlich stabilisierte sich die Erwärmung, obwohl die Menge der Treibhausgase in die Atmosphäre zunimmt. Wissenschaftler erklären das Phänomen teils mit der Aufnahme von Wärme durch die Ozeane, einen Rückgang der Sonnenaktivität oder einen erhöhten Anteil von Vulkanstaub in der Atmosphäre, der Sonnenstrahlen reflektiert.

«Nicht am oberen Ende der Klimamodelle»

2007 hatte der Weltklimarat vor einem maximalen Temperaturanstieg um 6,4 Grad in diesem Jahrhundert gewarnt. Die Erwärmung der kommenden 50 bis 100 Jahre werde wahrscheinlich «im Bereich aktueller Klimamodelle liegen, aber nicht am oberen Ende ihrer Reichweite», erklärte Ko-Autor Alexander Otto von der Universität Oxford.

Dass Daten nun die schlimmsten Prognosen ausschlössen, sei eine gute Nachricht, betonte Studien-Ko-Autor Reto Knutti von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Aber selbst wenn die Wirkung am unteren Ende der Prognosen liege, «bleibt die Erwärmung weiter deutlich über dem Zwei-Grad-Ziel, auf das sich Länder verständigt haben.»

SDA/fko

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