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Zehn Vorsätze für Gärtner

Endlich einen Regentank aufstellen, mehr über einheimische Pflanzen lernen oder schattige Ecken begrünen? Planen Sie die neue Gartensaison.

Nach der Saison ist vor der Saison: Wer sein Werkzeug jetzt reinigt, dem geht im Frühling die Arbeit leichter von der Hand. Foto: iStock
Nach der Saison ist vor der Saison: Wer sein Werkzeug jetzt reinigt, dem geht im Frühling die Arbeit leichter von der Hand. Foto: iStock

1. Aufrüsten beim Wasser

Längere Trockenperioden gehören wegen des Klimawandels im Garten immer mehr zum Alltag. Wassersammeln ist angesagt. Bei jedem noch so kleinen Dach – vom Velounterstand bis zum ­Geräteschuppen, ja sogar beim Tomatendach – lässt sich eine Rinne anbringen und das Regenwasser in ein Fass leiten. Bei Neubauten unbedingt einen grossen Regenwassertank in den Boden versenken lassen.

2. Sich etwas zuliebe tun

Warum sich im neuen Jahr nicht einen lang gehegten Pflanzentraum erfüllen? Egal, ob es das Budget erlaubt oder nicht, für den Garten darf man zwischendurch unvernünftig viel Geld ausgeben. Man bekommt es tausendfach zurück, in anderer Form. Pflanzen tragen erheblich zum ­Wohlbefinden des Menschen bei. Also nichts wie los in die Spe­zialitätengärtnerei und einkaufen, was das Herz schon lange begehrt.

3. Entfernen, was wenig Wert hat

Im Garten invasiven Gehölzen wie Kirschlorbeer, Essigbaum, Sommerflieder und Götterbaum zu Leibe rücken. Zum einen sind diese nicht heimischen Sträucher für Insekten weitgehend wertlos, zum anderen breiten sie sich aggressiv aus und verdrängen einheimische Pflanzen. Bei dieser Gelegenheit gleich auch jene Ziersträucher ausgraben, die keinen Nektar bilden und deshalb kaum ökologischen Wert haben. Dazu gehören Forsythie, Ranunkelstrauch oder Hortensien. Die entstandenen Lücken werden mit bienenfreundlichen Sträuchern wie Kornelkirsche, Wildrosen, Alpen-Johannisbeere oder Weissdorn bestückt. Das Bereinigen des Gartens braucht etwas Muskelkraft, vor allem beim Entfernen der Wurzelstöcke, gibt einem aber ein super Gefühl, das Richtige und längst Überfällige getan zu haben.

4. Mut zum Schnitt

Dem etwas verkümmerten Apfelbaum zu einem neuen Schnitt verhelfen. Ist nicht nur optisch schön. In einer gut belüfteten Baumkrone wachsen auch mehr Früchte. Wer keine Ahnung hat, lässt den Gärtner kommen und stellt sich diesem mit Schere und Leiter zur Seite (vorher fragen, ob er gerne als Lehrer amtet). So lernt man seinen Baum (und vielleicht auch seinen Gärtner) besser kennen, verliert die Hemmungen vor dem ersten Schnitt und wagt es irgendwann vielleicht sogar selber.

5. Weg mit dem Schotter

Den vor ein paar Jahren angelegten und doch nicht überzeugenden Schottergarten wieder rückgängig machen. Die Steine irgendwo an einem sonnigen Standort zu einem Haufen aufschütten, wo er Kleintieren Unterschlupf bieten kann. Die gewonnene Fläche nun möglichst insektenfreundlich bepflanzen. Zum Beispiel mit einer Magerwiese. Das gibt – abgesehen vom zweimal jährlich durchzuführenden Schnitt – auch kaum zu tun und erfreut das Herz bei jedem Anblick.

«Man muss sich entschliessen, auch die Unvollkommenheit zu lieben.»

Hermann Hesse

6. Seine Pflanzen kennen lernen

Hilfreich sind Botanikkurse, die einem das Einmaleins der Pflanzenwelt näherbringen – zum Beispiel bei den Kantonalsektionen des Schweizerischen Vogelschutzes Bird Life. Unverzichtbar ist auch die passende Literatur, zum Beispiel die Flora Helvetica, das Standardwerk der einheimischen Pflanzenwelt. Und Apps: Unter Gartenbesitzern sind Pl@ntNet, PlantSnap und AndyGreen beliebt als Hilfe bei der Pflanzenbestimmung. Wer seine Pflanzen und deren Bedürfnisse kennt, hat im Garten mehr Erfolg.

7. Endlich mal das Werkzeug putzen

Mit blitzblankem und frisch geschliffenem Spaten arbeitet es sich einfach besser. Mit heissem Wasser Erde und eingetrocknete Pflanzensäfte abwischen. Rost mit Stahlwolle entfernen. Dann die Klingen oder Kanten mit einem Wetzstein schleifen und zum Schluss ölen. Kein Maschinenöl zur Hand? Kein Problem: Auch Nähmaschinenöl tut seinen Dienst.

8.Sich den vergessenen Ecken zuwenden

Doch noch daran glauben, dass auch im Schatten schöne Bepflanzungen möglich sind. Sich in die Welt der Farne, Hostas, ­Elfenblumen, Heucheras vertiefen und feststellen: Es ist gar nicht so schwierig. «Schattengarten», das Werk der gefeierten englischen Gartengestalterin Beth Chatto, soll schon so manchem Gartenbesitzer zum Durchbruch in den vernachlässigten dunklen Ecken des Gartens verholfen haben.

9. Gemeinsam statt einsam

Jenes Unkraut gründlich ent­fernen, das einen am meisten nervt. Vielleicht helfen Freunde dabei? Gemeinschaftliche Jät-Aktionen sind im Trend. Und verbunden mit einer Jät-Grillade lassen sich eventuell auch Gartenmuffel ­bewegen: Erst zwei Stunden den Pflanzenstecher schwingen, dann gemütlich ums Feuer sitzen und etwas Feines auf den Grill legen.

10. Das Unvollkommene lieben lernen

Nicht verzweifeln, wenn man nicht alles geschafft hat. Gärten brauchen Geduld und die Gärtnerin und der Gärtner ebenfalls. Gut fährt, wer sich an Hermann Hesse, einen passionierten Gärtner, hält. Mit Blick auf seinen Garten soll er einmal gesagt haben: «Man muss sich entschliessen, auch die Unvollkommenheit zu lieben.»

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