Zum Hauptinhalt springen

So langweilig ist die Rückreise zur Erde

Um die Reise zum Mars zu simulieren, leben sechs Test-Astronauten seit 15 Monaten abgeschottet in einem Container in Moskau. Acht Wochen vor dem Ende des Experiments kämpfen sie erstmals mit Problemen.

Endlich wieder in Freiheit: Nach 520 Tagen verlassen die Astronauten ihr «Gefängnis». (4. November 2011)
Endlich wieder in Freiheit: Nach 520 Tagen verlassen die Astronauten ihr «Gefängnis». (4. November 2011)
AFP
Die drei Russen, ein Franzose und Italiener sowie ein Chinese stiegen um 11 Uhr in Moskau aus dem röhrenförmigen Forschungsmodul. (4. November 2011)
Die drei Russen, ein Franzose und Italiener sowie ein Chinese stiegen um 11 Uhr in Moskau aus dem röhrenförmigen Forschungsmodul. (4. November 2011)
AFP
1 / 2

Sie sollen die Reise auf den Mars testen. Dafür haben sich sechs Astronauten aus Russland, Italien, Frankreich und China vorgenommen, insgesamt 520 Tage abgeschottet in einem Containerlabyrinth zu verbringen.

Laut «Spiegel online» sind die Testfahrer 464 Tage nach dem Einzug in den Container im Moskauer Institut für medizinisch-biologische Probleme an ihre Grenzen gekommen: «Die Männer sind psychologisch erschöpft», sagte Jewgeni Djomin gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax.

Sie wussten, worauf sie sich einlassen

«Das Sextett leidet unter dem eintönigen Leben in der Abgeschiedenheit», sagte Djomin. Die Beziehung untereinander sei jedoch gut. Die Isolation von der Aussenwelt, die tägliche Routine und die sich ständig wiederholenden Forschungsaufgaben förderten nicht gerade die Stimmung. Trotzdem: Ans Aufgeben denken die Versuchsteilnehmer nicht. Die Männer hätten gewusst, worauf sie sich einlassen. Allen sei klar gewesen, dass es zum Ende des Experiments zu so einer Erschöpfung kommen musste, sagte Djomin weiter.

Das Projekt Mars 500 hat am 3. Juni 2010 begonnen und soll dabei helfen, Erfahrungen für eine bemannte Mission zum Mars zu sammeln. Am 5. November endet die Simulation des Mars-Flugs, und die sechs Männer können aus dem Container ins normale Leben zurückkehren.

Die letzten Jahre auf dem Mars

Zurzeit befinden sich die Männer auf ihrer virtuellen Reise zum Mars auf dem Rückflug. Diesen können sich die Astronauten künftig vielleicht sparen. Wie der deutsch-amerikanische Astrobiologe Dirk Schulze-Makuch gegenüber «Spiegel online» sagte, wird über Mars-Missionen nachgedacht, von denen die Astronauten nicht wieder auf die Erde zurückkehren.

Astronauten um die 60 sollen den Trip ohne Wiederkehr unternehmen. Wegen der hohen Strahlenbelastung würden diese nicht 80, sondern nur 75 Jahre alt. Doch dies seien immerhin noch 15 spannende Jahre, in denen sie das Abenteurer ihres Lebens bestehen würden.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch