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Weltraumtourismus: Wie Russland der Nasa Konkurrenz machen will

Wegen eines gebrochenen Bolzens war die Rückkehr der drei ISS-Raumfahrern zunächst gefährdet. Nach geglückter Landung kündigt Russland seine nächsten Pläne betreffend Weltraumtourismus an.

Im zweiten Anlauf aber landeten sie nach 176 Tagen im All ohne Probleme in Kasachstan. Trotz Panne spricht Russland von Erfolg - und will wieder Weltraumtouristen zur ISS schicken.

Nach der Landung ihrer Sojus-Kapsel in der zentralasiatischen Steppe mussten die russischen Kosmonauten Alexander Skworzow und Michail Kornijenko sowie US-Astronautin Tracy Caldwell Dyson am Samstag die erste Zeit in Decken gehüllt auf Klappsesseln verbringen.

Muskeln stark geschwächt

Ihre Muskeln sind nach dem fast sechsmonatigen Aufenthalt in der Schwerelosigkeit geschwächt. «Der Besatzung geht es gut», teilte der Chef der Raumfahrtagentur Roskosmos, Anatoli Perminow, in Moskau mit.

Von 2013 an werde Roskosmos bei Flügen zur Internationalen Raumstation ISS auch wieder Plätze für Weltraumtouristen reservieren, sagte Perminow nach Angaben der Agentur Interfax. Die Ankündigung gilt als Reaktion auf Pläne des US-Flugzeugbauers Boeing, der ab 2015 Passagiere in einer eigenen Kapsel ins All befördern will.

Seit 2001 waren insgesamt sieben Privatleute mit Roskosmos zu einem einwöchigen ISS-Aufenthalt aufgebrochen, zuletzt 2009 der kanadische Geschäftsmann Guy Laliberté. Er zahlte etwa 24 Millionen Euro für das Abenteuer. Ausserdem wolle Russland 2011 zum ersten Mal vom Weltraumbahnhof Kourou im südamerikanischen Französisch-Guyana aus eine Rakete ins All schicken, sagte Perminow.

Erstmalige Verschiebung

Erstmals in der Geschichte der ISS war am vergangenen Freitag die Rückkehr von Besatzungsmitgliedern zur Erde verschoben worden. Ein Computersignal, das bei der geplanten Sojus-Abkopplung eine undichte Stelle gemeldet hatte, sei aber falsch gewesen, sagte Perminow.

Das Problem - ein gebrochener Bolzen - sei schnell behoben worden. Danach gelang der Heimflug. Die drei Raumfahrer, die Anfang April zur ISS gestartet waren, brachten aus dem Forschungslabor in 350 Kilometer Höhe über der Erde einen Container mit Pflanzen und chemischen Stoffen mit.

Gurke statt Apfel

Rettungstrupps halfen den Rückkehrern, die strahlend in die Kameras grüssten, aus der Kapsel. Weil leichter Morgenfrost herrschte, bekamen die Raumfahrer sofort einen wärmenden Schlafsack umgehängt.

Entsprechend der Tradition wurden Caldwell Dyson und Skworzow nach der Landung in der zentralasiatischen Republik Kasachstan ein frischer Apfel überreicht - nur Kornijenko erhielt eine Gurke. «Ich hatte mir eine Gurke gewünscht. Ich hatte so lange keine», sagte der Kosmonaut. Caldwell Dyson telefonierte sofort mit ihrer Familie in den USA.

Nach der Heimkehr ihrer drei Kollegen sind ISS-Kommandant Doug Wheelock sowie seine US-Kollegin Shannon Walker und der russische Kosmonaut Fjodor Jurtschichin für einige Wochen allein auf der Raumstation.

Am 10. Oktober sollen die Russen Oleg Skripotschka und Alexander Kaleri sowie der Amerikaner Scott Kelly ankommen. Wheelock ist der erste aktive US-Soldat, der auf der ISS das Kommando führt.

SDA/mrs

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