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«Wie ein weltreisender Hobbyknipser»

Der gesamte Himmel auf über einer Million Bilder: Rund sieben Monate nach ihrem Start hat eine NASA-Sonde das Firmament einmal komplett im Infrarotlicht abgelichtet.

Weit entfernte Galaxien: Eine Aufnahme der Sonde.
Weit entfernte Galaxien: Eine Aufnahme der Sonde.
Keystone

Der «Wide-field Infrared Survey Explorer» - kurz «WISE» (zu deutsch «weise») - umkreist die Erde über die Pole hinweg und soll Millionen bisher unbekannte Objekte aufspüren. Die Sonde fotografierte auf 1,3 Millionen Bilder «wie ein weltreisender Hobbyknipser» alles von Asteroiden bis hin zu weit entfernten Galaxien, teilte die US-Weltraumbehörde Nasa am Freitag mit.

Als Beispiel fügten die Forscher einige hundert Aufnahmen zu einem Panoramabild des berühmten Siebengestirns zusammen, dem offenen Sternenhaufen der Plejaden. Auf der Falschfarbenaufnahme zeigt sich die Staubwolke, die den Sternhaufen umgibt, besonders deutlich.

Die Astronomen hoffen, mit den Infrarotkameras der Sonde massenhaft kosmische Objekte aufzuspüren, die im sichtbaren Licht kaum zu finden sind. Dazu zählen etwa dunkle Asteroiden und kühle Sterne - Braune Zwerge genannt - die nicht im sichtbaren, aber intensiv im Infrarotbereich strahlen. Anders als sichtbares Licht durchdringen Infrarot-Strahlen auch Staubwolken.

Weitere Asteroiden finden

«Die Erfassung des gesamten Himmels durch 'WISE' hilft uns, durch die immense und unterschiedliche Menge an Himmelskörpern hindurchzufinden», sagte Hashima Hasan, Forscherin im NASA- Hauptquartier in Washington.

Über die nächsten drei Monate soll die Sonde die Hälfte des Himmels erneut abtasten. Dadurch wolle man weiteren verborgenen Asteroiden, Sternen und Galaxien auf die Spur kommen. Der Vergleich mit den vorangegangenen Aufnahmen zeigt den Wisseschaftlern Veränderungen am Himmel.

«Die Augen von «WISE» sind eine riesige Verbesserung im Vergleich zu vergangenen Infrarot-Untersuchungen», erläuterte Edward Wright von der Universität von Kalifornien in Los Angeles, einer der leitenden Forscher bei dieser Mission, im Dezember. «Wir werden Millionen Himmelskörper finden, die noch nie zuvor erblickt worden sind.»

Objekte katalogisiert

Der Himmel werde in vier Infrarot-Wellenlängenbereichen erkundet, mit einer Empfindlichkeit, die Hunderttausende Male grösser ist als bei früheren Projekten. Infrarot-Licht, das das menschliche Auge nicht sehen kann, hat grössere Wellenlängen als das sichtbare Licht.

Die mit der Kamera entdeckten Objekte werden katalogisiert und als Navigationshilfe bei künftigen Missionen genutzt. Die Nasa erhofft sich zudem Aufschlüsse über die Grösse und Zusammensetzung von Asteroiden - wichtige Informationen bei der Einschätzung möglicher Kollisionsgefahren.

SDA/jak

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