WLAN-Welle erfasst den ganzen Kanton

Zürich rüstet sämtliche Schulzimmer bis 2017 mit WLAN aus. Auch andere Städte des Kantons planen die Umrüstung auf das mobile Internet.

Während des Unterrichts ins Internet: Smartphone in einem Schweizer Schulzimmer. (Archivbild)

Während des Unterrichts ins Internet: Smartphone in einem Schweizer Schulzimmer. (Archivbild)

Martin Sturzenegger@Marsjournal

In Zürich sollen Schulen und Kindergärten mit drahtlosem Internet versorgt werden. Bis 2017 soll das Projekt Kits 3 flächendeckend realisiert werden. Politiker und Eltern wiederum machen sich wegen des Elektrosmog Sorgen (thunertagblatt.ch/Newsnetz berichtete).

Auch die zweitgrösste Stadt im Kanton sympathisiert mit der Idee. Winterthur plant die Einführung der nächsten Gerätegeneration im Jahr 2017. Dafür hat die Stadt über eine Million Franken budgetiert. Winterthur plant in erster Linie die Anschaffung von Tablets oder Smartphones. «Der Nutzen dieser mobilen Geräte basiert im Wesentlichen auf mobilem Internet. WLAN wird deshalb auch in Winterthur kommen», sagt Stefan Fritschi (FDP), Leiter des Departements Schule und Sport.

Winterthur: Mit dem Trend mithalten

Potenzielle Gefahren wie der Elektrosmog werden in die Planung miteinbezogen. Im Vordergrund stehe jedoch die Sensibilisierung der Schüler für moderne Techniken: «Die Schule muss mit der gesellschaftlichen Entwicklung mithalten. Ansonsten macht man uns den Vorwurf der Rückständigkeit.» Aktuell läuft der Computerunterricht in Winterthur noch über ein flächendeckendes Glasfasernetz, das zumeist fix installierte Desktop-PC mit Internet versorgt. Die Ausstattung beginnt auf der untersten Ausbildungsstufe, wo jeweils ein Computer pro Kindergarten zur Verfügung steht. Je höher die Schulstufe, desto mehr Geräte stehen im Einsatz.

Pilotprojekte wie dasjenige an der Michaelschule in Seen zeigen gemäss Fritschi die Vorteile des kabelfreien Internets auf: «Durch WLAN ergibt sich ein riesiger Mehrnutzen. Neue Unterrichts- und Kommunikationsformen werden ermöglicht.» Gemäss Fritschi nehmen viele Schüler schon jetzt ihre eigenen Geräte in den Unterricht mit. «Dieser Trend wird zunehmen.» Dadurch würden die Schulen verpflichtet, den Schülern den richtigen Umgang mit den Techniken beizubringen. Die Gefahren reichen gemäss Fritschi von Betrug über Hacking bis hin zu Mobbing auf den Social-Media-Plattformen.

Dübendorf: Glasfasernetz bewährt sich – für den Moment

Dübendorf hat es derweil weniger eilig mit der Einführung von WLAN. Im Moment sind sämtliche Schulen und Kindergärten mit einem Glasfasernetz ausgestattet. Das heutige EDV-Konzept besteht seit 10 Jahren und wurde vor 5 Jahren zum letzten Mal modernisiert: Neue Computer, neue Software, zusätzliche Glasfaserkabel. Gemäss der Primarschulverwaltung investierte die Stadt dafür 1,5 Millionen Franken. Jeder Klasse stehen heute zwei bis drei Computer zur Verfügung. «Das System hat sich bewährt. Ich sehe keinen Grund, weshalb wir es ändern sollten», sagt ein Schulleiter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will.

In Dübendorf verfügen gegenwärtig nur die Lehrerzimmer und ein Verwaltungszimmer über drahtloses Internet: «Die WLAN-Strahlung löst Verunsicherung aus.» Die Aufregung gewisser Eltern hält er jedoch für ein wenig übertrieben. «Das sind teilweise dieselben Leute, die zu Hause das WLAN eingeschaltet haben.» Wenn er auf sein Handy schaue, so der Schulleiter, empfange er rund fünf WLAN-Netzwerke. «Man wehrt sich gegen etwas, das sowieso vorhanden ist», sagt der Schulleiter. Trotz der Offenheit gegenüber moderner Technik plant Dübendorf die Einführung von WLAN noch nicht.

Dietikon: Bald mit Kits 3

Anders in Dietikon. Die Stadt im Limmattal hat ihre Pläne für ein flächendeckendes, drahtloses Internet bereits konkretisiert. Vor wenigen Wochen beschloss der Stadtrat, dass sich die Schulen dem Projekt Kits 3 aus Zürich anschliessen. Wann die konkrete Umsetzung erfolgt, ist allerdings noch nicht bekannt.

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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