Zum Hauptinhalt springen

Lohnverzicht bei den Young BoysYB zeigt Basel erneut den Meister

Die Young Boys reagieren in der Corona-Krise: Spieler, Trainerstab sowie Geschäftsleitung verzichten auf Lohn. Anders als beim FCB kam es während der Verhandlungen zu keinem Zoff zwischen Vereinsführung und Mannschaft.

Aus Solidarität: Spieler, Trainerstaff und Geschäftsleitung der Young Boys verzichten auf einen Teil ihres Gehaltes.
Aus Solidarität: Spieler, Trainerstaff und Geschäftsleitung der Young Boys verzichten auf einen Teil ihres Gehaltes.
Foto: Marcel Bieri

Der FC Basel hat Mitte April bewiesen, dass man mit einer positiven Nachricht für schlechte Nachrichten sorgen kann. Spieler und Club hatten bei den Verhandlungen um einen Lohnverzicht verschiedene Ansichten, dies wurde publik, es kam zum grossen Zoff zwischen Vereinsführung und Mannschaft. Schliesslich gab es doch noch eine Einigung: Über die gefundene Lösung wurde Stillschweigen vereinbart, zudem gleicht die 1. Mannschaft die durch die Kurzarbeit bedingten Lohneinbussen sämtlicher Mitarbeitenden beim FCB aus. Eine schöne Geste, durch das peinliche Vorgeplänkel standen die Basler aber mal wieder als Verlierer der Geschichte da. Nicht nur in kommunikativer Hinsicht.

Nun kommen die Young Boysund zeigen dem FCB den Meister. Sie verkünden am Dienstag, dass Spieler, Trainerstaff sowie Geschäftsleitung während der Corona-Krise auf einen Teil ihres Gehaltes verzichten.Dazu kommt, dass mit dem Team und dem Stab vereinbart wurde, dass auch bei allfälligen Geisterspielen ab Mitte Juni nicht die vollen Entschädigungen ausbezahlt werden. Somit werde die Clubkasse entlastet und die Lohneinbussen der übrigen rund 140 – teilweise in Teilzeitmandatfest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zumindest in den Monaten Mai und Juni kompensiert. Die Mitarbeitenden erhalten also während dieser Zeit trotz Kurzarbeit ihren ganzen Lohn.

Zahlen werden nicht kommuniziert

Die Geste sorgt wie beim FCB für zahlreiche Reaktionen; nur fallen diese bei YB durchwegs positiv aus, der Verein wird nahezu gefeiert im Netz. «Wir wollen damit ein positives Signal senden», sagt Sportchef Christoph Spycherund sieht sich seiner Meinung bestätigt.

Dies hat zweifellos seine Richtigkeit. Bloss: Auf wie viel die YB-Akteure wirklich verzichten, darüber wird nicht gesprochen. Ob es um mehr oder weniger Geld geht als beim FCB: ungewiss. Und es ist ja schon entscheidend, ob der Verzicht marginal oder signifikant ist. Spycher sagt dazu bloss: «Wir werden keine Zahl nennen, wer auf wie viel Lohn verzichtet.» Man orientiere sich dabei auch nicht an anderen Vereinen, es gebe kein Modell, das für alle anwendbar sei. Spycher ist aber überzeugt: «Wir haben eine faire Lösung für alle Beteiligten gefunden.» Es ist davon auszugehen, dass Grossverdiener prozentual stärker am Lohnverzicht beteiligt sind.

Beim Trainingsauftakt am Montag wurden die Details der Mannschaft präsentiertund von Spielern und Staff ohne Widerspruch akzeptiert. Bereits in den Wochen zuvor hatten Verhandlungen stattgefunden. Vor allem mit Fabian Lustenberger, der in dieser Thematik stellvertretend für das Team mit Spycher Gespräche geführt hat. «Es ist für die Mannschaft eine Selbstverständlichkeit, dass sie sich in diesen Zeiten gegenüber dem Club und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern solidarisch zeigt», erklärt der YB-Captain. «Wir wollen damit auch zeigen, dass wir die Krise nur gemeinsam meistern können.»

«Die Spieler wurden, wie wir alle, überfahren von dieser Krise, auch sie brauchten zuerst etwas Zeit. Wir wollten nicht einfach drauflosrennen und etwas machen, bloss um etwas gemacht zu haben.»

Sportchef Christoph Spycher

Übrigens: Dass YB sich rund einen Monat nach dem FCB festlegt, hat durchaus seine Gründe. Zu viele Fragen seien offen gewesen, man habe abwarten wollen, wie sich die Situation entwickelt, erklärt Spycher. «Die Spieler wurden, wie wir alle, überfahren von dieser Krise, auch sie brauchten zuerst etwas Zeit. Wir wollten nicht einfach drauflosrennen und etwas machen, bloss um etwas gemacht zu haben.»

Denn das wurde dem FC Basel zum Verhängnis.