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«Aber jeder Tote wäre einer zu viel»

Street-Parade Panik ist zwar immer möglich, doch die Quaibrücke ist kein Tunnel, TA vom 27. Juli Überheblichkeit und Arroganz. Aussagen wie «Bisher sei es an der Street-Parade noch nie zu brenzligen Situationen gekommen» und «Auf der engen Quaibrücke erhöhten die Love-Mobiles ihr Tempo, um Verstopfungen zu vermeiden» zeigen eindrücklich die Schwachstellen des Sicherheitskonzepts der Street-Parade: Überheblichkeit, Ignoranz und fehlender Sachverstand der Veranstalter. Was wird sich zum Beispiel auf der Quaibrücke abspielen, wenn ein Love-Mobile eine Panne hat, einen Motorbrand infolge Überhitzung? Die Veranstalter halten jetzt sofort dagegen, dass dieses Szenario sehr unwahrscheinlich sei und ein kleines Risiko darstelle, das vernachlässigt werden könne. Also rechnen wir einmal. Potenzieller Schaden: 100?Tote, Wahrscheinlichkeit für das Ereignis: 1 Promille. Daraus resultiert tatsächlich ein sehr kleines Risiko von weniger als einem Toten (Risiko gleich Wahrscheinlichkeit mal potenzieller Schaden). Doch was passiert, wenn das Ereignis entgegen unserer Einschätzung zur Realität wird? Dann wird es Tote geben, vielleicht nicht 100, aber jeder Tote wäre einer zu viel. Die ewig gleichen Floskeln vom grossen Bedauern, der tiefen Teilnahme und man habe ja alles Menschenmögliche getan, werden dann wie immer die Abdankungsfeiern würdig einrahmen. Die Hinterbliebenen werden durch Care-Teams betreut. Vielleicht wird ein angeblich Schuldiger geopfert. Mit Sicherheit wird die Planung des nächsten Events in Angriff genommen. Felix Widmer, Rapperswil SG Wie stabil ist das Brückengeländer? Die Verhältnisse in Zürich sind sicher nicht mit denjenigen in Duisburg zu vergleichen, dennoch erachte ich die Quaibrücke nicht als ungefährlich. Wenn es stimmt, dass man bis zu zwei Stunden braucht, um die 120 Meter lange Brücke zu überqueren, sind im Falle einer Panik viele unerwartete Reaktionen möglich. Wie stabil sind beispielsweise die Brückengeländer? Würden diese einem Druck der Menschenmassen standhalten? Eine Antwort darauf habe ich bisher noch nirgends gelesen. Hermann Mäder, Kloten Todesfallen in Fussballstadien. Traurig, traurig, was da in Duisburg geschehen ist. Natürlich betonen dann wir Schweizer sofort, dass könne bei uns nicht geschehen. Im Fokus steht dabei die Street-Parade. Dabei geht vergessen, dass Fussballfans eigentlich jedes Wochenende genau dieser Gefahr ausgesetzt werden. In der Schweiz sind die Auswärtssektoren in den Fussballstadien die gleichen Todesfallen wie der Tunnel in Duisburg. Wochenende für Wochenende werden mehrere Tausend Fans in diesen Sektoren regelrecht in Käfige gesperrt. Die Abschrankungen sind meist derart massiv, dass sie niemals in nützlicher Frist geöffnet werden können. Oftmals sind die Tore nur nach innen zu öffnen. Vielfach ist während des Spiels nicht mal Personal an den Toren postiert, welches reagieren könnte. Die Treppen im Basler und Berner Stadion sind offen; wenn da Druck von hinten käme, wage ich mir nicht auszumalen, was geschehen könnte. Und das an Orten, wo derart oft auf die hohen Sicherheitsstandards hingewiesen wird. Ich hoffe, dass diese Massnahmen korrigiert werden, bevor wir an diesen Absperrungen Tote zu beklagen haben. Markus Eppenberger, Winterthur «Was wird sich auf der Quaibrückeabspielen, wenn ein Love-Mobile einen Motorbrand infolge Überhitzung hat?» Ein Nadelöhr der Zürcher Street-Parade ist die Quaibrücke. Foto: Sebastian Derungs (Reuters)

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