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Abseits der Steinkluppe zum Klassenerhalt?

Für den regionalen Zweitligisten FC Unterstrass steht am Sonntag das wichtige Spiel gegen Bülach an.

Von David Schweizer Der FC Unterstrass genoss vor seiner fünften Saison in der regionalen 2. Liga wenig Kredit. Er zählte zu den meistgenannten Abstiegskandidaten. Nicht ohne Grund: In der letzten Rückrunde holte der Quartierverein in der Gruppe 1 nur noch 8 Punkte. Einzig der abgeschlagene Letzte, Russikon, hatte eine schlechtere Bilanz. Dass Unterstrass vor einem Jahr nicht in den Abstiegskampf verwickelt wurde, hing nur mit der guten ersten Meisterschaftshälfte (23 Punkte) zusammen. Die Stadtzürcher verloren im Sommer mit David Mang und Tobias Flückiger weitere Leistungsträger. Beide wurden nicht adäquat ersetzt. Vor allem der Abgang von Mang schmerzte. Das Eigengewächs suchte mit 34 noch eine neue Herausforderung und wechselte zum ambitionierten Zweitligisten Dübendorf. «Die Jungen zu führen, war ihm leider zu wenig», bedauert Trainer Gabriele Giandomenico den Verlust.Der 43-jährige Italiener hat seit seinem Amtsantritt im Januar 2007 laufend Erfahrung und Qualität im Team verloren. Vor Mang und Flückiger hatten sich mit Andreas De Lannay (ex Tuggen), Giuseppe Ronca (einst Altstetten, Red Star), Claudio Calvi (u. a. YF Juventus, Dietikon) und Michael Suter (Wiedikon, Seefeld) altershalber verabschiedet. Konkurrenz hat aufgeholt Mit Daniele Casella (35), Ernesto Gemma (33), Fabian Dotti (32) und Christos Delidimou (31) ist zwar noch immer Routine im Kader. Giandomenico fordert aber vor allem den Nachwuchs. «Bei uns kommen acht eigene Junioren regelmässig zum Einsatz», sagt er. Auch so reichte es zu 13 Punkten und Platz 10 bei Halbzeit. Seither haben jedoch von den schlechter klassierten Teams Effretikon und Niederweningen Boden gutgemacht. Beide entschieden auch das Direktduell für sich. Immerhin konnte aber beim einzigen Rückrundensieg über Herrliberg (5:3) ein weiterer Direktkonkurrent zurückgebunden werden. Jetzt wartet mit Bülach noch das letzte abstiegsgefährdete Team als Gegner. Die Unterländer, denen der direkte Absturz von der interregionalen 2. Liga bis in die 3. Liga droht, haben im Winter mit Michele Di Muro erneut einen neuen Trainer engagiert und mit ihm wiederholt das halbe Kader ausgewechselt. Bei Unterstrass wäre so etwas ungeachtet des Erfolgs nicht vorstellbar. Präsident Kurt Müller führt den Verein, den er gern als Familie bezeichnet, seit 22 Jahren. Seine Frau Marlis ist sogar seit einem Vierteljahrhundert im Vorstand. «Bei uns zahlen die Spieler der ersten Mannschaft noch den Mitgliederbeitrag.» Er weiss, dass das bei vielen Klubs anders ist. Auch bei Unterstrass war in den 70er-Jahren Geld im Spiel. Der Verein aus dem Stadtkreis 6 spielte um den Aufstieg in die NLB. Es reichte nicht. Es folgte ein Spielerexodus und der Fall in die 4. Liga. Dann übernahm Müller die Geschicke des Klubs. «Solange ich Präsident bin, gibt es keine Experimente», hält er fest. Seine Worte werden durch die Statistik belegt. Seit 1987 spielte der FCU mit nur einer Ausnahme in der 3. Liga, ehe 2006 erstmals nach 21 Jahren der Aufstieg in die 2. Liga gelang. Wegen Platzumbau in Seebach Um auch in Zukunft auf dieser Stufe agieren zu können, sollte Unterstrass gegen Bülach punkten. Der Druck lastet gemäss Trainer Giandomenico aber auf dem Tabellenletzten. «Bülach muss gewinnen.» Für die Stadtzürcher kommt erschwerend hinzu, dass sie am Sonntag wegen des Platzumbaus zum zweiten Mal eine Heimpartie auf dem Eichrain in Seebach (10.15 Uhr) bestreiten. Es folgen weitere zwei Auftritte im Exil, ehe die Saisonderniere am 26. Juni gegen Regensdorf auf der Steinkluppe – erstmals auf Kunstrasen – stattfinden wird. «Die Infrastruktur in Seebach ist gut. Doch uns fehlt die heimische Atmosphäre. Wenn wir unter diesen Umständen die Liga halten können, wäre das eine tolle Leistung», sagt Giandomenico.

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