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Alkohol, Frauen und Skandale

Der Kennedy-Clan steht für Macht und Erfolg, aber auch für Tragödien und Skandale: Ted Kennedy war da keine Ausnahme.

Dass sein Weg nicht ins Weisse Haus führen würde, mag Edward Kennedy früher als manch hoffnungsvollem Kennedy-Jünger bewusst gewesen sein. Skandale waren frühe Begleiter. 1950 flog Edward Kennedy von der Elite-Uni Harvard, weil ein Kommilitone für ihn einen Spanisch-Test geschrieben hatte. Im Juli 1969 dann verliert der junge Senator nach einer Party auf der Insel Chappaquiddick die Kontrolle über sein Auto und stürzt von einer Brücke in einen Fluss. Er selbst kann sich retten, doch die 29-jährige Sekretärin Mary Jo Kopechne ertrinkt. Erst am nächsten Morgen verständigt Edward Kennedy die Polizei. Spekulationen, es sei Alkohol im Spiel gewesen, sind nie verstummt. Es ist eine Tragödie, die wohl jede andere Politkarriere beendet hätte. Doch Edward Kennedy kommt mit einer milden Bewährungsstrafe davon. Und die Menschen in Massachusetts halten bei der nächsten Wahl zu ihrem Senator. Ruf als Schürzenjäger Noch lange danach hängt dem jüngsten der Kennedy-Brüder der Ruf an, den hohen Erwartungen nicht gewachsen zu sein. Er gilt als trinksüchtiger Schürzenjäger. Nach einem wilden gemeinsamen Gelage 1991 wird sein Neffe William Kennedy Smith wegen angeblicher Vergewaltigung angeklagt. Der Prozess endet mit einem Freispruch, wieder aber bleiben Fragen. In einer Rede an der nach seinem Bruder benannten Kennedy-Schule in Harvard spricht Edward Kennedy daraufhin offen über seine Probleme mit Alkohol und Frauen. Damals gelobt er, sich zu ändern. Es ist nicht der Beginn, aber eine notwendige Voraussetzung für jene späte Ära, in der Edward Kennedy zum liberalen Gewissen der US-Politik wird, in einer Zeit, in der in den USA längst andere politische Winde wehen. Die Aufbruchstimmung der JFK-Zeit war schon mit dem Vietnamkrieg Selbstzweifeln gewichen. Spätestens seit Ronald Reagan 1981 Präsident wurde, rückte Amerika nach rechts. Edward Kennedy hatte das 1980 zu verhindern versucht, mit einer vergeblichen, desaströsen Präsidentschaftskandidatur, mit der er Jimmy Carter, den Parteifreund im Weissen Haus, in den Vorwahlen der Demokraten herausforderte. orm>

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