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Auf den Goalgetter ist Verlass

Der SV Höngg besiegte Freienbach im Topspiel der Gruppe 5 in der 2. Liga interregional 1:0. Den einzigen Treffer erzielte Toni Dupovac, Torschütze vom Dienst.

Von Ueli Zoss Nicht alle der rund 250 Zuschauer auf dem altehrwürdigen Sportplatz Hönggerberg bekamen in der ersten Halbzeit mit, wer Höngg in Führung geschossen hatte. «Wer hat getroffen?», fragte eine Gruppe einheimischer Jugendlicher. «Derjenige, der immer trifft», gab ein Habitué zur Antwort. «Der Toni, wer sonst», sagte ein anderer. Toni – das ist Stürmer Toni Dupovac, 27 Jahre alt, neu vom FC Bassersdorf gekommen, früher Goalgetter bei Egg, Küsnacht und Freienbach, dem samstäglichen Gegner. Spickzettel auf Trainerbank Mit dem 1:0-Erfolg gegen Freienbach hat der verlustpunktlose Leader Höngg in nunmehr vier Spielen 15 Tore geschossen, 8 davon erzielte Dupovac. Das goldene Tor gegen den Verfolger aus dem Kanton Schwyz fiel nach einer einstudierten Corner-Variante. Höngg-Trainer Stefan Goll hatte vor dem Spiel zwei Blätter bei der Trainerbank angeheftet. Auf dem einen waren die Positionen und Laufwege bei einem Eckball, auf dem andern die gleichen Angaben bei einem Corner gegen Höngg aufgezeichnet. In der 34. Minute klappte die Theorie auch in der Praxis: Roman Berger zirkelte den Eckball auf den zweiten Pfosten, dort hatte sich Dupovac der Deckung der Freienbacher entzogen und köpfelte den Ball ins Tor. Zuvor war der Topskorer bereits durch seine für einen Amateurspieler überdurchschnittliche Technik aufgefallen. Seine Ballannahmen und Ballmitnahmen waren hervorragend. Der Schweizer mit kroatischen Wurzeln wartete mit gekonnten Zuspielen für seine Mitspieler auf. Höngg spielte unter seiner Regie in der ersten Halbzeit überlegen. Auch weil Rafael Dössegger, Michael Ryser, Captain Philipp Zogg und Marc Capeder im Mittelfeld eine starke Präsenz zeigten. Wegen Herzfehlers kein Profi Kaum war nach dem Wechsel eine Viertelstunde gespielt, ging Dupovac überraschend vom Platz. Er marschierte umgehend in Richtung Bank der Freienbacher und erkundigte sich nach dem Befinden von Gästegoalie Stefano Calendo. Dieser hatte nach einem unabsichtlichen Zusammenprall mit ihm leicht benommen das Spielfeld verlassen müssen. Die Erklärung für die Auswechslung von Dupovac folgte nach Spielschluss. «Ich habe an der Leiste Probleme», sagte der Torschütze und zeigte auf einen Verband am rechten Oberschenkel. «Das war mit dem Trainer so abgesprochen.» Adduktorenprobleme sind für ihn kein Grund zur Sorge, wenn man seine Krankengeschichte aus früheren Jahren hört: «Als kleiner Junge wurde mir eine Aortenstenose diagnostiziert. Das ist eine Art Herzfehler. Mittlerweile habe ich die Krankheit vollständig im Griff. Aber sie verhinderte, dass ich Spitzensportler werden konnte.» Er erwähnte es nicht ausdrücklich, aber mit seinem Talent hätte es Dupovac weit bringen können. Sein Vater Zlatko war Profi bei Wettingen, als die Aargauer noch in der NLA spielten. Dupovac junior fügte an: «Dafür machte ich im Beruf Karriere. Ich schliesse bald mein Jura-Studium ab. Fussball spiele ich zum Spass, und den habe ich bei Höngg.» Höngg erzwingt das Glück Sein Trainer sagte über ihn: «Er passt auch menschlich sehr gut zu uns. Klar sind seine Tore für uns wichtig.» Zur zweiten Halbzeit meinte Goll aber: «Freienbach kam besser ins Spiel, und wir mussten das Glück erzwingen.» Der Coach spielte auf die turbulenten Szenen in der Schlussphase vor dem Tor der Gastgeber an. Die Höngger Abwehr, angeführt von Lukas Widmer und Laurent Luks, liess sich aber nicht bezwingen. Mit dem Saisonstart ist Goll mehr als zufrieden. «12 Punkte aus 4 Spielen sind fantastisch.» Ziel des Absteigers ist der direkte Wiederaufstieg in die 1. Liga. Zu seinen Anweisungen bei stehenden Bällen sagte Goll noch: «Auf Corner und Freistösse werde ich weiterhin sehr viel Wert legen.» Toni Dupovac (rechts) sorgte mit seiner filigranen Technik und Abschlussstärke für Unruhe in Freienbachs Reihen. Foto: Daniel Good

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