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Auf finanziellem Glatteis ausgerutscht

Die Kunsteisbahn Worb steht einmal mehr vor dem Ruin. Mit der Abstimmung am 27.September soll der Betrieb gerettet werden.

Die Vorbereitungen für die neue Saison der Kunsteisbahn Worb laufen auf Hochtouren. Am 12.September spielen hier die Eishockeyklubs ihre ersten Partien. Das ist nicht selbstverständlich: Die Genossenschaft Kunsteisbahn Worb (GKW) ist massiv verschuldet. Forderungen von rund 2,7 Millionen Franken stehen im Raum. Die UBS sowie die Gemeinde verzichten vorläufig jedoch darauf. Dies geht aus der Bilanz 2007/2008 hervor, die dieser Zeitung vorliegt. Rechnungen bezahlt Zwar war es der GKW bisher möglich, mit den Einnahmen die Rechnungen und Zinsen zu bezahlen. Jedoch reichte das Geld nicht aus, um die nötigen Rückstellungen vorzunehmen. Die Grossbank und die Gemeinde haben unter anderem deshalb darauf verzichtet, ihre Hypotheken und Darlehen zurückzufordern, weil heute in einem Monat in Worb über die Zukunft der Hofmatt-Sportanlagen abgestimmt wird. Die Stimmbürger, so schlagen Parlament und Gemeinderat vor, sollen für die Sanierung von Freibad und Eissporthalle 10,5 Millionen Franken bezahlen. Geplant ist, dass mit dem Geld nicht nur Freibad und Kunsteisbahn saniert werden, sondern dass auch das Angebot mit Gastronomie, Fitness, Sauna, Solarium und Wellness erweitert wird. In diesem Schritt sollen auch die Genossenschaft Schwimmbad und die Genossenschaft Kunsteisbahn Worb in einer Betriebs-AG zusammengeführt und Synergien genutzt werden (wir berichteten). Keine Angstmache «Lehnt das Volk die Sanierung ab, geht die Eisbahngenossenschaft in Konkurs», teilte das überparteiliche Komitee «Pro Hofmatt Worb» mit. Komitee-Sprecher Guy Lanfranconi (FDP) will diese Mitteilung nicht als Angstmache im Abstimmungskampf verstehen: «Wir wollen die Fakten auf den Tisch legen. Viele wissen nicht, wie schlecht es der Kunsteisbahn wirklich geht.» Einer, der weiss, wie es um die Worber Kunsteisbahn steht, ist Heinz Ackermann. Er ist für die Finanzen von Kunsteisbahn und Schwimmbad zuständig. «Nur wenn wir die Betriebe zusammenlegen und uns die öffentliche Hand finanziell stärker Unterstützt, haben wir eine Zukunft», sagt der Finanzchef. Für Heinz Ackermann ist es undenkbar, die Kunsteisbahn zu schliessen. Zu viele Bereiche seien vom Eislaufbetrieb abhängig. So produziere zum Beispiel die Kältemaschine Wärme für das Freibad und für die Zivilschutzanlage. Finanzielle Engpässe und Schuldenberge sind bei der Kunsteisbahn ein Dauerthema. Genauer: seitdem die Genossenschaft 1996 das Eisfeld für rund 2 Millionen Franken überdachen liess. Weil die Genossenschaft 1999 ihren Verpflichtungen gegenüber der Bank nur noch mit knapper Not nachkommen konnte, musste die Gemeinde mit einer Bürgschaft einspringen. Dank 1,65 Millionen Franken Steuergeldern entging die Genossenschaft einem Konkurs. Christian Liechti >

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