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Augenschein in der Villa des Nordkorea-Betrügers

Hombrechtikon – Für mindestens 1 Million Franken wird im Februar eine vom Kanton beschlagnahmte Liegenschaft in Hombrechtikon versteigert, die bis vor kurzem ein Millionenbetrüger bewohnt hat. Gestern Nachmittag konnte die Villa besichtigt werden. Ein heute 73-jähriger Deutscher lebte jahrelang widerrechtlich in dem Hombrechtiker Landhaus, das er 1999 über seine Firma Multi Real Estate SA (MRE) erworben hatte. Das Zürcher Obergericht sprach ihn 2005 des Betrugs schuldig, weil er Geld des nordkoreanischen Staates veruntreut hatte. Gegen das Urteil wehrte sich der Hochstapler erfolglos durch alle Instanzen. In der Folge versuchten seine Frau und sein Sohn, gegen eine Ausweisung vorzugehen, indem sie sich auf einen Mietvertrag mit der MRE beriefen. Die Rechtsstreitigkeiten wurden im November 2010 mit einem Entscheid des Bundesgerichts beendet, worauf die unrechtmässigen Besitzer das Feld am Aubrigweg räumten. Gestern Montag standen nun die Türen der leer geräumten Villa weit offen; Paare jeden Alters, zum Teil mit Kindern, schlenderten durch die Räume. Von «Chalet-Groove» war die Rede, von «gewöhnungsbedürftigen» Böden, von einer eigenartigen Raumaufteilung und «erdrückendem» Gebälk. In der Tat ist ein Grossteil des ersten Stocks als offene Galerie konzipiert. In einem aber waren sich alle einig – die Aussicht in die Schneeberge ist umwerfend. Susanne Wälte, Leiterin des Gemeindeammann- und Betreibungsamts Stäfa-Hombrechtikon, verteilte geduldig dicke Papierstapel mit den Steigerungsbedingungen. Fragen beantwortete sie freundlich, aber knapp: Es handle sich um eine «amtliche Sache», die sie im Auftrag des kantonalen Immobilienamts vornehme. Der Netto-Erlös werde dereinst der Volksrepublik Nordkorea ausbezahlt.(amo) Warm und gemütlich muss es in diesen Räumen erst wieder werden.Foto: Sabine Rock

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