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Ausblick auf eine neue Stadt

Eine Architektengruppe hat eine Zukunftsidee für den Grossraum Zürich. Im Mittelpunkt steht eine Glattalstadt vom Flughafen Zürich bis zum Greifensee. Das löst Staunen und Skepsis aus.

Von Christian Wüthrich Wallisellen – Vom Flughafen in Kloten bis an den Greifensee nach Uster soll sich dereinst eine grosse Stadt ausdehnen. So zumindest sieht es die Gruppe «Krokodil» – ein Zirkel von 17 Architekten aus fünf verschiedenen Büros. Sie haben ihre Vorstellung einer künftigen Glattalstadt im Fachmagazin «Hochparterre» ausgebreitet. Zu den Visionen gehören lange Boulevards und Alleen, etwa entlang der Pistenachsen auf dem heutigen Militärflugplatz Dübendorf, wo auch neue Sportstadien, ein Innovationszentrum, ein neues Uni-Spital und ein neuer Verkehrsknoten mit Hauptbahnhof entstehen sollen. In Volketswil wäre Platz für ein Polizei- und Justizzentrum, was in der Stadt Zürich eben erst gescheitert ist. In Wallisellen haben die Vordenker einen Gewerbepark auf den grossen Plan gezeichnet. Und als Erholungsraum soll der Hardwald in der Mitte drei Seelein und ein sternförmiges Wegnetz als Erschliessung erhalten. Die künftigen Quartiere und Siedlungen bauen dabei auf ein starkes Verkehrsnetz auf, das deutlich ausgebaut werden soll. «Wir schlagen vor, aus dem heutigen Gemeindeverbund im Glattal eine richtige und qualitätvolle Stadt zu entwickeln», sagt Architekt Fabian Hörmann. Grosses Interesse In den vergangenen drei Jahren traf sich die Architektengruppe regelmässig im Restaurant Krokodil in Zürich zum Essen. Dort entstand, ohne einen konkreten Auftrag in der Tasche zu haben, die nun vorgestellte Studie zur Entwicklung des Grossraums Zürich, die auf das Glattal fokussiert ist. Am Montagabend stellten sich die «Krokodile» erstmals einem grösseren Publikum. Die Reaktionen fielen gemischt aus: Anerkennendes Staunen einerseits und spürbare Skepsis andererseits waren zu vernehmen. Über 200 Personen drängten sich im schmalen Raum oben im elften Stock im Hochhaus des Glattzentrums. Unter ihnen auffällig viele Architekten, Siedlungsentwickler und Lokalpolitiker. Darunter auch der Stadtpräsident von Dübendorf, Lothar Ziörjen, der in einer Diskussionsrunde auftrat. «Eine gewisse Provokation schätze ich, das macht den Kopf frei», sagte er zu den Architekten. Auch wenn er längst nicht mit allem einverstanden war, meinte er, die Richtung stimme. Allerdings müsse man nun einzelne, kleine Schritte machen, um auch die Bevölkerung «mitzunehmen». Ob dereinst 300 000 Menschen oder gar 400 000 in der Glattalstadt leben werden, sei nicht so entscheidend – eine Zahl festzulegen, sei heute auch nicht so wichtig, hiess es. Wichtiger sei stattdessen, dass nicht einfach «weitergewurstelt» werde wie bisher, sagten die besorgten Architekten. Eigenes Geld investiert Ihre Motivation sei «Besorgnis über die stetig zunehmende, problematische Verbauung von wertvollem Kulturland», sagte Architekt Fabian Hörmann. In einem ersten Schritt hätten sie die Lage analysiert, eine Entwicklungsstrategie ausgearbeitet und diese nun konkret auf das Glattal angewendet. Dies war der Architektengruppe gemäss eigenen Angaben eine Summe von 150 000 Franken wert. Allerdings sei das erst ein Zwischenstand, betonen Hörmann. Weitere 200 000 Franken aus dem eigenen Sack haben sie bereits budgetiert. Die Glattalstadt – nur eine Vision von Architekten?Visualisierung: PD

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