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Auswärtige Müllentsorger werden zur Kasse gebeten

In den Sammelstellen Hinwil und Dübendorf entsorgen Auswärtige regelmässig Müll. Um die Kosten zu decken, arbeitet Hinwil nun mit dem «Brings-System».

Von Sandro Zappella Hinwil/Dübendorf – Bei Joghurtbechern kann man den Karton vom Plastik lösen und getrennt entsorgen. Für elektronische Geräte fallen beim Kauf vorgezogene Entsorgungsgebühren an, damit Fernseher und Co. nach Gebrauch nicht in der Böschung landen. Die Schweiz ist ein Recyclingparadies. Joel Keller von Keller Recycling Hinwil gerät ins Schwärmen, wenn er von der Verwertungsquote der Schweiz spricht. 95 Prozent der Glasmenge, die in den Umlauf gebracht wird, werde wiederverwertet. Beim Elektroschrott seien es 82 Prozent. «Die Quote ist sehr hoch, wenn man bedenkt, dass die Kunden der Sammelstelle für die Entsorgung kein Geld erhalten, im Gegenteil teilweise noch dafür bezahlen müssen», sagt er. 30 Franken Jahresgebühr Trotz oder gerade weil Herr und Frau Schweizer so verantwortungsbewusst entsorgen, sind die Sammelstellen mit neuen Problemen konfrontiert. An gut besuchten Tagen seien bis zu 800 Fahrzeuge auf ihrer Sammelstelle, heisst es beim Dübendorfer Tiefbauamt. Rund 30 bis 40 Prozent der Kunden wohnen nicht in Dübendorf. Die Mehrkosten, die dadurch entstehen, gehen zulasten der örtlichen Gebühren – und Steuerzahler. Als mögliche Lösung wird zurzeit eine elektronische Registrierung geprüft. Bereits eine Lösung gefunden hat man auf der Keller-Recyclingstelle in Hinwil. Aufgrund der langen Öffnungszeiten und den über 30 Abfallarten, die hier entsorgt werden können, ist die Sammelstelle äusserst beliebt – auch bei Auswärtigen. Seit März 2010 gibt es auf der Entsorgungsstelle in Hinwil ein «Brings-System». Alle Kunden erhalten ein Kärtchen mit Strichcode. «So können auswärtige Entsorger identifiziert werden und bezahlen eine Jahresgebühr von 30 Franken. Für die Einheimischen ist das Entsorgen gratis», sagt Keller. «Nachdem für einige Kunden die neue Methode anfangs etwas ungewohnt war, haben sich die Leute inzwischen daran gewöhnt und halten die Kärtchen jeweils bereit», sagt Keller. Mittlerweile sind 5500 Kärtchen im Umlauf, die jeweils pro Haushalt genutzt werden. Fusionen bringen Attraktion Von Altbrot über Nespressokapseln bis hin zu ausgedienten Boilern kann man bei Keller Recycling alles entsorgen. «Es darf nicht sein, dass jemand, der entsorgen will, an drei bis vier verschiedene Orte fahren muss», begründet Keller die grosse Auswahl an Abfallsorten in Hinwil. «Einige Gemeinden sollten sich Gedanken machen, ob es nicht besser wäre, ihre Sammelstellen zu fusionieren.» Mit dem Budget von zwei oder drei Gemeinden könnte eine gemeinsame grosse Sammelstelle mit genügend Mitarbeitern unterhalten werden, ist sich Keller sicher.

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