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Autolenker will nicht am Steuer gewesen sein

Der Fahrer einer Limousine hat an einer Kreuzung in Wallisellen ein Rotlicht missachtet. Vergebens beteuerte er vor Obergericht seine Unschuld.

Von Attila Szenogrady Opfikon/Wallisellen – Laut Anklage fuhr um 15 Uhr eine Person mit einem Firmenfahrzeug auf der Neugutstrasse in Wallisellen. Kurz vor dem Glattzentrum blitzte es. Der Fahrer des Wagens hatte ein bereits seit 23 Sekunden leuchtendes Rotlicht missachtet. Obwohl es beinahe zu einer Kollision mit einem anderen Wagen kam, setzte der fehlbare Lenker seine Fahrt fort. Allerdings hatte der Radarkasten den Verkehrssünder abgelichtet.Drei Wochen nach dem Vorfall vom 21. November 2009 musste sich der mutmassliche Täter bei der Kantonspolizei einfinden. Es handelt sich um einen heute 24-jährigen Limousinen-Chauffeur aus Glattbrugg. In der ersten Einvernahme räumte der Schweizer ein, dass er wahrscheinlich gefahren sei. Allerdings sei ihm sein Fehlverhalten nicht mehr präsent. Kollege sei gefahren In der Folge beteuerte der Glattbrugger seine Unschuld. Im Frühling 2010 erklärte er vor der Staatsanwaltschaft, dass ein Kollege oder eine Kollegin das Fahrzeug gelenkt habe. Eine konkrete Person wollte er nicht nennen. Das Bezirksgericht Bülach verurteilte den nicht geständigen Beschuldigten wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln zu einer teilbedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 80 Franken. Fünf Tagessätze sollte der mehrfach vorbestrafte Berufschauffeur bezahlen – zudem eine ehemals bedingte Vorstrafe von 20 Tagessätzen zu 90 Franken. Der Beschuldigte hatte im Jahr 2007 Ende Mai auf der Autobahn bei Bülach ein anderes Fahrzeug massiv bedrängt und das Tempo mit rund 30 km/h erheblich überschritten. Untaugliches Arztzeugnis Der Beschuldigte war mit dem Bülacher Urteil aber nicht einverstanden und legte Berufung ein. Nicht zuletzt, weil ihm zum dritten Mal der Entzug des Führerausweises drohte. Im Januar stand der Berufungsprozess vor dem Zürcher Obergericht an. Allerdings platzte diese Verhandlung. Der Angeklagte meldete der Gerichtskanzlei telefonisch, dass er erkrankt sei. Daraufhin wurde er von den Mitarbeitern aufgefordert, für seine Absenz ein Arztzeugnis einzureichen. Der Beschuldigte soll dabei zugesichert haben, dass er noch am gleichen Tag das ärztliche Attest per Fax zustellen würde. Daraus wurde nichts. Gemäss den Gerichtsakten stellte er den Richtern erst drei Tage später ein entsprechendes Zeugnis zu. Fahrer geht vor Bundesgericht Das Obergericht stufte das Papier aber als untauglich ein. Die Diagnose sei zu spät gestellt worden. Die Richter gingen aus diesem Grund von einer unentschuldigten Abwesenheit des Beschuldigten aus. Der Bülacher Entscheid wurde bestätigt. Allerdings ist das letzte Wort in diesem Fall noch nicht gesprochen. Der Limousinenchauffeur hat nämlich bereits Beschwerde beim Bundesgericht eingereicht.

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