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bildblüten

fotoskulptur Es wurde jahrhundertelang aufgespannt oder an die Wand genagelt – nur, damit es sein Motiv preisgab. Doch eigentlich hätte sich das Bild lieber zusammengerollt oder wäre bequem zerknittert; gerade so, wie es der Natur des jeweiligen Bildträgers entsprach. Während das 20. Jahrhundert dann wenigstens den Rahmen sprengte, geht im 21. die Bildbefreiung weiter: Die Britin Clare Kenny lässt dem Verformungswillen ihrer fotografischen Prints freien Lauf. Für ihre Ausstellung bei Abbt Projects hat die 35-Jährige zum Beispiel zwei Fotodrucke eines Stuckdeckenelements nur je an einem Punkt an der Wand befestigt. Die beiden sich aufrollenden Blätter bilden gemeinsam so etwas wie eine riesige Blüte – und plötzlich wirkt selbst Hochglanz-Fotopapier organisch. Nicht selten verwertet die in Basel lebende Kenny ihre analogen Schnappschüsse gleich in verschiedenen Arbeiten. Ein Foto von schlappen Ballonen etwa wurde schon gefalzt, gelocht und auf Folie gedruckt. So steht es nun als kleine Säule im Raum. «Das wandernde Bild», der Titel einer Gruppenschau in der Winterthurer Coalmine Galerie, wo Kenny ebenfalls mit von der Partie ist, passt da also perfekt. Doch auch bei den übrigen dort vertretenen Künstlern hält es das Bild nicht an der Wand. Dieses kollektive Schwanken zwischen Raumobjekt und Flächenkunst könnte man glatt für einen Vorboten von «FotoSkulptur» halten, der Schau Ende Februar im Zürcher Kunsthaus. Nur dass sich dort, gerade andersherum, alles um die Darstellung von Skulpturen in der Fotografie drehen wird. Ob dafür die Bilder wohl wieder so gefangen an die Wand gehängt werden wie eh und je?(dm) Ein Gebirge? Nein, ein Foto von Clare Kenny. Vernissage Fr 14.1., 18 UhrBis 26.2.Di–Fr 11–18 Uhr, Sa 11–16 Uhr Vernissage Di 18.1., 18.30 UhrBis 31.3.Mo–Fr 8–19, Sa 11–16 Uhr Bild: Clare Kenny/zvg

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