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Blaufahrer muss bezahlen

Ein Mann wird betrunken am Steuer erwischt und befragt. Er steigt wieder ins Auto und geht der Polizei gleich wieder ins Netz.

Von Attila Szenogrady Rorbas – Sieben Stunden lang zechte er in einer Bar in Kloten und trank dabei mehrere Whiskey-Cola. Als sich der heute 39-jährige Italiener aus Rorbas in den Morgenstunden des 11. Oktober 2009 auf den Heimweg machte, konnte er kaum mehr gehen. Er setzte sich trotzdem ins Auto und kam bis nach Lufingen, wo er um 6.30 Uhr in eine Polizeikontrolle geriet. Der Blaufahrer musste seinen Führerausweis abgeben und sein Fahrzeug auf einem Parkplatz stehen lassen. Die Polizisten nahmen den Mann mit zum Stützpunkt Bülach, wo sie einen Blutalkoholgehalt von mindestens 2 Promille feststellten. Die Polizeibeamten entliessen den Angeklagten nach der Einvernahme um 8 Uhr und forderten ihn auf, zu Hause seinen Rausch auszuschlafen. Der Italiener bestellte sich daraufhin ein Taxi. Allerdings liess er sich nicht nach Rorbas, sondern nach Lufingen chauffieren. Dort stieg er in sein Fahrzeug und fuhr nach Embrach, wo er erneut einer Polizeikontrolle ins Netz ging. Er wies immer noch mindestens 1,54 Promille Alkohol im Blut auf. Zuerst sechs Monate Gefängnis Der geständige Beschuldigte musste sich im letzten November zunächst vor dem Bezirksgericht Bülach verantworten. Dieses verurteilte den mehrfach vorbestraften Vater zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten. Eine von der Verteidigung angestrebte Geldstrafe lehnten die Richter angesichts der Rückfälle ab. Der Verteidiger legte Berufung ein, weshalb der Angeklagte vor dem Zürcher Obergericht erscheinen musste und sich dort eine unbedingte Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 60 Franken wünschte. Bei der Art der Strafe kam er durch: Das Obergericht betonte, dass eine Geldstrafe im Normalfall den Vorrang vor einer Freiheitsstrafe einnehme. Allerdings setzten die Oberrichter mit 180 Tagessätzen zu 100 Franken eine happige Sanktion unbedingt fest. Hinzu kam der Vollzug einer Vorstrafe von 1200 Franken. Und der 39-Jährige mit einem Monatseinkommen von rund 5000 Franken soll alle Bülacher Gerichtskosten von über 3700 Franken tragen. «Das war ein teurer Ausgang», sagte der Mann beim Verlassen des Gerichtssaals.

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