Zum Hauptinhalt springen

Bockengut wird zum Thema für die Regierung

SP-Kantonsrätin Julia Gerber Rüegg will von der Regierung wissen, ob die CS den Bauernhof auf Bocken auflösen darf. Derweil ist das Interesse der Bauern am ausgeschriebenen Land gross.

Horgen. - Die Zukunft des Bockenguts im Arn beschäftigt halb Horgen - und in Kürze auch die Zürcher Regierung, die sich seit gestern mit einer Anfrage von Kantonsrätin Julia Gerber Rüegg (SP) aus der Au konfrontiert sieht. Mitunterzeichnet wurde der Vorstoss von Peter Schulthess aus Stäfa und Bernhard Egg aus Elgg, zwei Fraktionskollegen von Gerber Rüegg.

Die Parlamentarier wollen wissen, was die Regierung von den Plänen der Credit Suisse (CS) hält, das Bauerngut aus dem bäuerlichen Bodenrecht zu entlassen und das Landwirtschaftsland zu verpachten. Zuständig für diesen Entscheid ist die Abteilung Landwirtschaft der Baudirektion. Eine Stellungnahme abgeben soll die Regierung auch zum Faktum, dass durch das Vorhaben der CS ein Betrieb zerstört wird, der der Pächterfamilie Vögeli bisher eine gute Existenz geboten hat.

30 Bauern wollen das Land der CS

Immer unwahrscheinlicher wird, dass die CS das im März 2010 auslaufende Pachtverhältnis mit Willi und Vreni Vögeli doch noch verlängern wird, wie das die Vögelis selber, aber auch ein letzte Woche gebildetes Unterstützungskomitee wünschen (TA vom 4. 9.). «Die Kündigung ist definitiv», sagt CS-Mediensprecher Matthias Friedli. Klar ist, dass die CS neben Vögeli viele weitere Bauern enttäuschen wird: Auf die Ausschreibung der 17 Hektaren Landwirtschaftsland, das der CS gehört, meldeten sich rund 30 Landwirte, wie Matthias Friedli sagt. Bereits vor dem Erscheinen des Inserats gingen bei der CS zehn Anfragen von Bauern ein.

Überraschend ist, dass die CS das Wies- und Ackerland bereits jetzt zur Neuverpachtung ausgeschrieben hat. Bei der Abteilung Landwirtschaft der Baudirektion ist bis gestern Abend nämlich noch kein Gesuch zur Entlassung aus dem bäuerlichen Bodenrecht eingegangen, wie Wolfgang Bollack, Mediensprecher der Baudirektion, bestätigt. Matthias Friedli von der CS sagt dazu, dass die Bank das Verfahren «wie im Gesetz vorgesehen in die Wege leiten» werde.

Für Willi Vögeli, der das Bockengut seit 14 Jahren bewirtschaftet, wird die Lage immer prekärer. «Es ist aussichtslos, bis März 2010 eine landwirtschaftliche Pacht zu finden», sagt der 42-Jährige. Er bereite sich darauf vor, einen Job ausserhalb der Landwirtschaft suchen zu müssen. Noch im Frühjahr liebäugelte Vögeli damit, nach Kanada auszuwandern. Im Sommer musste er seine Pläne aber begraben: Vögeli hat auf einer Reise feststellen müssen, dass er sich in Übersee keinen Bauernhof leisten kann.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch