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Brockenstube vor dem Aus

Drei Anläufe brauchte die Primarschulpflege, um dem Frauenverein rechtmässig zu künden. Nun dürfen seine Mitglieder die Brockenstube nicht weiter betreiben.

Von Barbara Gasser Regensdorf – Es sei «gschämig», dass kein neuer Raum für die Brockenstube gefunden werde, klagten die Mitglieder des Frauenvereins an ihrer Versammlung. Es herrscht Kampfstimmung. Die Politische Gemeinde habe sie bei der Suche nach neuen Räumlichkeiten zu wenig unterstützt, hiess es. Mit der Brockenstube generiert der Verein einen jährlichen Ertrag von rund 30 000 Franken und finanziert damit unter anderem jedes Jahr den Ausflug mit den Senioren. Die Primarschule hat nun aber den Mietvertrag für die Brockenstube im Gebäude des Kindergartens Leematten an der Hönggerstrasse 80 auf Ende September gekündigt. Eine «traurige Sache» Brigitta Leiser, Gemeinderätin und Mitglied des Frauenvereins, wurde aufgefordert, sich zum Thema zu äussern. «Die Situation mit der Brockenstube ist wirklich eine traurige Sache», sagte sie. Leiser entschuldigte sich dafür, dass der Gemeinderat die Sache bisher offenbar nicht besonders ernst genommen habe. «Ich werde an der nächsten Sitzung das Anliegen vorbringen», versicherte sie. Zwar liegt seit Anfang dieser Woche ein Schreiben des Gemeinderats vor mit zwei Standortvorschlägen: einer im Quartier Sonnhalde im ehemaligen Volg-Laden und einer in der Zivilschutzanlage im Schulhaus Chrüzächer. «Wir werden diese Angebote prüfen», sagt Margrit Zumkeller. «Idealerweise ist der neue Raum rund 200 Quadratmeter gross, kann beheizt werden, verfügt über eine Toilette und ist ebenerdig zugänglich.» Wichtig sei auch eine zentrale Lage. Zwei ungültige Kündigungen Bereits im September letzten Jahres erhielt der Vorstand des Frauenvereins ein Kündigungsschreiben per 31. Oktober 2010 von der Präsidentin der Primarschulpflege, Brigitta Lott (parteilos). Als Grund führte die Behörde Eigenbedarf für den Kindergarten an. «Nach dem Umbau vom vergangenen Herbst, bei dem mehr Platz für den Betrieb des Kindergartens geschaffen wurde, brauchen wir Stauraum für Spielgeräte und Werkzeug, die bei den Umgebungsarbeiten zum Einsatz kommen», sagt Lott. Sie sehe keine Möglichkeit, die Brockenstube in einem anderen Schulgebäude unterzubringen. «Ich schätze die Arbeit des Frauenvereins und bin der Meinung, dass die Brockenstube weitergeführt werden soll.» Der Mietvertrag zwischen der Primarschule und dem Frauenverein stammt aus dem Jahr 1966. Der Jahresmietzins beläuft sich auf einen symbolischen Beitrag von 55 Franken, der immer noch gilt. Damals war eine Kündigungsfrist von einem Monat festgesetzt worden. «Das gilt heute nicht mehr», erklärt Zumkeller, Aktuarin beim Frauenverein. «Gemäss Obligationenrecht beträgt die gesetzliche Mindestfrist zur Kündigung von Geschäftsräumen sechs Monate.» Deshalb akzeptierte der Vorstand die Kündigung nicht. Im nächsten Kündigungsschreiben, auf den 3. Februar dieses Jahres datiert, bestand die Schulpflege darauf, dass die Brockenstube per 31. März ausziehen müsse. Elsbeth Dreier, Vizepräsidentin des Frauenvereins, wies erneut auf die ungültige Kündigung hin. Im dritten Anlauf erhielt der Frauenverein Mitte März nun eine rechtsgültige Kündigung auf dem offiziellen Formular des Kantons Zürich auf den 30. September. «Wir haben sofort Antrag auf Mieterstreckung bei der Schlichtungsbehörde des Bezirks Dielsdorf gestellt», sagt Zumkeller. «Wir rechnen damit, dass sie uns gewährt wird.» Noch kann Lisbeth Buergin (r.) vom Frauenverein Kunden im Gebäude des Kindergartens Leematten bedienen. Foto: Johanna Bossart

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