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Cafés inszenieren das Getränk als Erlebnis

Eine gehobene Kaffeekultur setzt sich laut Armin Luginbühl von der Kaffeezentrale in Uster allmählich auch in der Schweiz durch. Heute zelebriert er den Tag des Kaffees.

Oberland. - Büroangestellte, die mit Zeitung unter dem Arm und dem Pappbecher mit Kaffee zur S-Bahn, auf den Bus oder gleich in die Sitzung eilen - solche Szenen spielen sich ab und zu in der Schweiz ab. Was in den USA bereits alltäglich ist, etabliert sich allmählich auch bei uns. Die amerikanische Kaffeekultur war in der Schweiz lange verpönt. Zu Unrecht, wie Armin Luginbühl von der Kaffeezentrale in Uster sagt. Gelebte Kaffeekultur mit diversen Sorten von Kaffeebohnen und der richtigen Zubereitung habe er zum ersten Mal auf einer seiner Reisen in Kalifornien entdeckt. «Als wir einen Kaffee bestellten, wurden wir erstmals gefragt, welche Sorte es denn sein dürfe», schmunzelt Luginbühl. «Dieses Kaffeeerlebnis wollten er und seine Frau Caroline auch in die Schweiz bringen und bauten deshalb ihren Kaffee- und Tee-Internetshop Kaffeezentrale.ch auf. «Internet ist das ideale Medium, um Kaffee differenziert bekannt zu machen», weiss der Fachmann. Ein guter Kaffee werde durch verschiedene Faktoren wieRöstung, Mahlgrad, Maschine, Druck und Luftfeuchtigkeit beeinflusst.

Schlechter Kaffee wird oft toleriert

Doch wie steht es denn heute mit der Kaffeekultur in der Schweiz? «Die Schweiz ist nach wie vor ein Kaffee-Crème-Land. Junge Menschen trinken aber vermehrt Espresso-Getränke wie Latte macchiato oder Cappuccino, und dies nicht nur am Morgen, sondern den ganzen Tag», weiss Luginbühl. Man könne über Starbucks denken, was man wolle, doch Starbucks habe erkannt, wie wichtig die Qualität des Kaffees sei, und dass es für die richtige Zubereitung auch Schulung brauche.

Auch in gehoben Restaurants sei die Kaffeequalität oft mangelhaft. Luginbühl weiss, wovon er spricht, fungiert er doch auch immer wieder als Kaffeetester. «Ich verstehe nicht, weshalb man sich schlechte Kaffeequalität gefallen lässt. Einen Wein, der Zapfen hat, trinkt man ja auch nicht.» Doch langsam komme etwas in Bewegung, glaubt der Kaffeespezialist, auch in der Gastronomie. Bestätigt wird das von Stephan Häsler vom Café zum Hut in Uster. «Latte macchiato ist mittlerweile bei uns der Renner. Kaffee Crème ist nur noch eine Verlegenheitslösung, genau wie die Stange hell.» Kaffeequalität und Kaffeekultur liegt Häsler am Herzen. Um den «schnellen» Espresso, wie man ihn in Italien trinkt, zu fördern, verkauft er diesen auch billiger als Milchkaffee. Zum Tag des Kaffees offeriert das Café zum Hut den «Espresso doppio», was heisst, zu jedem getrunkenen wird gratis ein zweiter spendiert.

Mit dem Tag des Kaffees will auch Luginbühl von der Kaffeezentrale gemeinsam mit anderen Verbänden den Kaffee zelebrieren. Bei ihm auf dem Trümplerareal in Uster kann man heute Morgen Cappuccino degustieren. Unter dem Motto «Faszination Cappuccino» wird schweizweit die Zubereitung des Cappuccinos und dessen Genuss als Erlebnis inszeniert.

Armin Luginbühl von der Kaffeezentrale fördert die Kaffeekultur.

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