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Damen mögens prickelnd, Herren eher wuchtig

Am Wochenende haben die Winzer vom Zürichsee in Meilen ihre Weine gezeigt.

Von Angela Wimmerund Raphael Briner Meilen – Gemeinhin gelten fruchtige oder leicht süsse Produkte mit einer Holznote als «Frauenweine». Doch gibt es wirklich geschlechterspezifische Vorlieben? Eine Gelegenheit, dies herauszufinden, hat sich am vergangenen Wochenende im Meilemer Gasthof Löwen geboten. 14 Weinbaubetriebe vom Zürichsee präsentierten am sogenannten Weinpavillon über 140 Tropfen zur Degustation. Es sei ein Vorurteil, dass das weibliche Geschlecht nur süsse und runde Weine wolle, erklärt die Männedörflerin Susan Lüthi, die zusammen mit ihrem Mann Eric in Stäfa 1,8 Hektaren Rebland bewirtschaftet. Frauen schätzten genauso ein Glas herben und spritzigen Wein. So der Tenor auch unter den anderen anwesenden Winzern. Und dennoch lassen sich nach einer kleinen Umfrage gewisse Tendenzen erkennen: Allgemein: Die Frau trinkt eben doch gerne fruchtigen, samtigen und runden Wein mit wenig Säure. Der Mann neigt eher kräftigen Tropfen mit Ecken und Kanten zu. Rotwein: Ganze Kerle lieben wuchtige Weine mit markanten Gerbstoffen (Tannin) und reifen Aromen von Dörrfrüchten. Weisswein: Damen mögen den mineralischen Sauvignon blanc mit seiner typischen Fruchtigkeit. Gut kommt auch der Riesling-Silvaner oder Müller-Thurgau an. Dies dank seiner Muskataromatik. Männer bevorzugen den am Zürichsee autochthonen Räuschling, einen leichten Wein mit präsenter Säure. Schaumwein: Dieser ist und bleibt die Nummer 1 in der Damenwelt. Vielleicht liegt das an der Leichtigkeit und der prickelnden Kohlensäure. Nicht allen bekannt sein dürfte, dass Schaumweine auch am Zürichsee gekeltert werden, oft mit einem Anteil roten Pinot-noir-Trauben, wie dies so auch in der Champagne üblich ist. Süsse Dessertweine: Diese Produkte, zu ihnen gehören etwa die Beerenauslesen, werden ganz gerne von den Frauen getrunken. Das Alter mag Charakter Nach Meinung der vom Tagi befragten Winzer spielen der Jahrgang des Weins und das Alter des Geniessers eine grosse Rolle bei der Auswahl des Lieblingstropfens. In jungen Jahren sind viele begeistert von «fruchtbetonten Säften». Mit zunehmendem Alter wechseln die Weintrinker dann zu sogenannten Terroirweinen, in denen sich die Beschaffenheit des Bodens, das Klima und die Witterung spiegeln. Faktoren also, die sich dem Einfluss der Winzer entziehen und dem Wein einen einzigartigen Charakter verleihen.

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