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Dank Mittelbau aus dem Mittelmass

Warum Matthias Bieber der Schlüssel zur Erklärung des blendenden Klotener Saisonstarts ist.

Von Benjamin Muschg, Kloten Der Senkrechtstart der Kloten Flyers wird langsam unheimlich. Vergangene Woche durchlebten sie gegen die Lakers und Fribourg ihr erstes Zwischentief, sie spielten unkonzentriert, gaben Führungen aus der Hand und liessen viele Tore zu – die erste Niederlage aber nicht. Und als sie am Samstag beim 3:2 in Lugano ihre Serie auf sieben Siege verlängerten, überzeugten sie wieder auf der ganzen Linie. Wenn man unter den Flyers nach Erklärungen für ihren blendenden Saisonstart fragt, bekommt man immer wieder die Antwort, die auch Matthias Bieber als erste einfällt: «Die Mischung stimmt.» Die Richtigkeit dieser Feststellung hat viel mit Bieber selbst zu tun. Die Klotener liessen bewährte Routiniers wie Sven Lindemann (32), Frédéric Rothen (34) und Michel Zeiter (36) zu anderen Klubs bzw. in den Ruhestand ziehen. Und sie engagierten mit Romano Lemm (26), Eric Blum (24) und Matthias Bieber (24) drei Schweizer Mittzwanziger mit mehr (Lemm) oder weniger (Bieber, Blum) internationaler Erfahrung. Kloten hat damit seinen Mittelbau massiv gestärkt, den Kern jener Spieler, die jung genug sind, um der Mannschaft bei jedem Einsatz Energie zu geben, und erfahren genug, um sie auch in schwierigen Momenten mitzutragen. Dank Blum haben die Flyers nun zwei spielstarke Verteidigerpaare, dank Lemm (der am Samstag wegen einer Überdehnung des Aussenbandes pausieren musste) drei noch ausgeglichenere Angriffsreihen – und dank Bieber weiter eine der stärksten Paradelinien der Liga. Schwärmen von Rintanen Dabei musste Bieber als Flügel des Klotener Ausländersturms immerhin in die grossen Fussstapfen von Roman Wick treten, dem wichtigsten Baustein des letztjährigen Klotener Mittelbaus, der sein Glück nun in der NHL versucht. Bieber besitzt nicht das technische Können des Ausnahmetalents Wick, aber er ist gerade durch seine schnörkellose Spielweise die ideale Ergänzung zu den finnischen Künstlern Kimmo Rintanen und Tommi Santala. Bieber kommt ins Schwärmen, wenn er an den Steilpass denkt, mit dem ihn Rintanen am Samstag gegen Fribourg auf den Weg zur Vollendung seines ersten NLA-Hattricks schickte: «Der Puck ging haarscharf an etwa fünf Stöcken vorbei – einen solchen Pass habe ich noch nie bekommen. Es ist wunderbar, mit solchen Könnern in einer Linie zu spielen.» Mit vier Treffern gehört Bieber bislang neben seinen Kollegen Hollenstein und Du Bois sowie acht weiteren NLA-Spielern zu den besten Goalgettern mit Schweizer Pass. Für Bieber ist der Klotener Höhenflug ein ungewohntes Erlebnis. In den ZSC-Krisensaisons 2005/06 und 2006/07 gewann er nie so viele Spiele in Folge, und in drei Jahren bei den SCL Tigers gab es längere Serien nur in Form von Niederlagen. «Damit ziehen mich jetzt alle auf», sagt Bieber lachend. Und er fügt an: «Ich bin nach Kloten gekommen, weil ich in einen Klub mit guten Perspektiven wollte.» Nun gegen die ZSC-Kollegen Die wenig erfolgreiche Zeit unter Coach Christian Weber bei den Emmentalern habe ihn aber vorwärtsgebracht. «In Langnau habe ich gelernt, mit Niederlagen umzugehen.» Früher oder später wird Bieber diese Fähigkeit auch in Kloten brauchen können. Für den Geschmack des Stürmers aus dem ZSC-Nachwuchs muss das aber noch nicht nach einer der nächsten zwei Partien sein. Denn da treten die Klotener zu den ersten zwei Zürcher Derbys an. Wenn Jubeln zur Gewohnheit wird: Kimmo Rintanen (33), Félicien Du Bois (62) und ihre Kollegen feiern das siegbringende 3:1 in der Resega. Foto: Karl Mathis (Keystone)

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