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Das Davoser Powerplay entschied

Die Flyers boten dem HCD zum Finalauftakt Paroli, verloren aber wegen drei Toren in Unterzahl.

Von Simon Graf, Davos Als im Finish auch noch Bednar ins verlassene Klotener Tor traf, zum 5:2, hatte der HCD einen weiteren hohen Sieg geschafft. Der Rekordmeister ist inzwischen seit 68 Tagen ungeschlagen, gewann zum 16. Mal nacheinander. Doch so beeindruckend diese Zahlen sind, das erste Spiel der Finalserie hätte auch auf Klotener Seite kippen können. Die Flyers holten ein 0:2 auf und schnupperten an der Überraschung, als Taticek in der 52. Minute mit dem 3:2, einem Direktschuss im Powerplay, die Davoser Welt wieder in Ordnung brachte. Und nur 31 Sekunden später hatte Bürgler, erneut in Überzahl, das Glück, dass sein Schuss von Blum ins Klotener Tor abgelenkt wurde. Die rasante Partie war damit entschieden, der HCD-Anhang durfte seine Helden feiern. Flyers-Coach Anders Eldebrink gab sich erfreut über den Auftritt seiner Mannschaft und unzufrieden mit dem Resultat. «Wir hatten mehr Chancen und Torschüsse, doch uns fehlte die Coolness vor dem Tor. Jene Coolness, die ihre Tschechen haben.» 41:34 lautete das Schussverhältnis zugunsten der Flyers, die im Final einen ganz anderen Stil von Eishockey antreffen als gegen den SCB. Die Berner hatten ihnen kaum Chancen gewährt und etwas holzschnittartig (oder kanadisch) den Puck aufs Tor gebracht, der HCD spielt ein Eiltempo-Eishockey mit schnellen Kombinationen und langen Pässen. Und mit seiner konstruktiven Spielweise gesteht er den Flyers mehr Raum zu. So oft wie gestern waren diese wohl in den letzten vier Partien gegen Bern zusammen nicht mehr zu guten Schussmöglichkeiten gekommen.Die Flyers müssen aber aufpassen, dass sie den Bündnern nicht zu viele Chancen geben. Denn diese verstehen sie zu nutzen. Der Unterschied war das Powerplay, in dem der HCD eine beeindruckende Puck- und Kombinationssicherheit beweist: Drei Treffer erzielte er in Überzahl, im Playoff steht er nach neun Spielen bereits bei 16 Powerplaytoren. Für die Flyers traf bei gleich vielen Strafen nur Bell (34.) in Überzahl. Ansonsten stach niemand aus dem Kollektiv heraus, höchstens vielleicht der mutige Walser, der in der 45. Minute das 3:2 nur knapp verpasste. Die Flyers hatten ihre beste Phase im Mitteldrittel, als sie von 0:2 auf 2:2 herankamen und Arno Del Curto zu einem Timeout zwangen. Der HCD-Coach schickte danach eine «Energielinie» aufs Eis, mit den Wieser-Brüdern, die den Klotener Schwung etwas stoppten. Marc Wieser provozierte Stancescu zu einer Strafe, später liess sich auch noch Rüeger zu einem Stockschlag hinreissen.Die Disziplin wird für die Klotener kapital sein, wenn sie gegen den HCD mit dessen überragendem Powerplay eine Chance haben wollen. Del Curto zeigte sich überrascht, wie gut sich die Flyers nur 46 Stunden nach ihrer Finalqualifikation präsentiert hatten: «Sie haben wirklich sehr stark gespielt.» Für den Auftritt seines Teams im Mittelabschnitt hatte er wenig Verständnis: «Wir sind da von allem weggekommen, was wir gut gemacht hatten. Wir spielten ein bisschen rum, hatten kein Tempo mehr, keine Konsequenz.» Er erwarte eine harte Serie, blickte Del Curto voraus. «Hier spielt der Erste gegen den Zweiten, und die Klotener waren bis kurz vor Schluss der Qualifikation das Mass aller Dinge.» Der Schlüssel im Final seien drei Dinge, wie der Engadiner erklärte: die Strafen, ob jemand das Tempo noch steigern könne und ob man seine Heimspiele gewinne. Man könnte es auch so ausdrücken: Davos hat gestern seinen Aufschlag durchgebracht, am Samstag ist Kloten dran. Davos - Kloten Flyers 5:2 (2:0, 0:2, 3:0)Vaillant Arena. – 5542 Zuschauer. – SR: Prugger/Reiber; Abegglen/Kaderli. – Tore: 4. Taticek (Guggisberg, Ramholt) 1:0. 14. Steinmann (Marha, Bednar/Ausschluss Stancescu) 2:0. 22. Stancescu (Lemm) 2:1. 34. Bell (Liniger/Ausschluss Steinmann) 2:2. 52. (51:22) Taticek (Bednar, Sykora/Ausschluss Winkler) 3:2. 52. (51:53) Bürgler (Eigentor Blum/Ausschluss Rüeger, abgesessen durch Bodenman) 4:2. 60. (59:42) Bednar (Ramholt, Grossmann/ins leere Tor) 5:2. – Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Davos, 6-mal 2 plus 10 Minuten (Stancescu) gegen die Kloten Flyers.Davos: Genoni; Stoop, Forster; Jan von Arx, Back; Ramholt, Grossmann; Untersander; Guggisberg, Reto von Arx, Taticek; Sykora, Marha, Bednar; Bürgler, Rizzi, Dino Wieser; Sciaroni, Steinmann, Joggi; Marc Wieser.Kloten: Rüeger; Du Bois, Blum; Winkler, Sidler; Von Gunten, Welti; Steiner; Bieber, Santala, Rintanen; Bell, Liniger, Luomala; Stancescu, Lemm, Bodenmann; Jacquemet, Kellenberger, Walser.Bemerkungen: Timeouts: 33:57 Davos, 58:01 Kloten, danach die Flyers bis 59:42 ohne Torhüter. Unwiderstehliche Tschechen: Klotens Bieber (rechts) und Santala können den Davoser Bednar (1 Tor) nicht aufhalten. Foto: Jürgen Staiger, EQ Images

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