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Das Siegen verlernt

Der FC Thalwil hat in der Gruppe 5 der interregionalen 2. Liga erst drei Tore erzielt. Beim 1:1 gegen Oerlikon/Polizei kam wenigstens ein Treffer dazu.

Von Ueli Zoss, Oerlikon Das Torverhältnis des FC Thalwil spricht Bände: Nach sieben Spielen lautet es 3:7. Der immer noch sieglose Seeklub ist in der Gruppe 5 der 2. Liga interregional damit das offensiv schwächste Team, hat aber zusammen mit Freienbach am wenigsten Tore kassiert. 7 Spiele, 3 Punkte, 3:7 Tore – auf ein solches Skore kommt derzeit kein anderer Schweizer Fussballklub. Es kam auch zustande, weil Thalwil dreimal 0:1 verlor. Getreu dem Torverhältnis spielte Thalwil gegen den Aufsteiger Oerlikon/Polizei defensiv. Die Zuverlässigkeit begann beim Goalie: Mit Manuel Gasser steht einer der besten Amateur-Keeper im Thalwiler Tor. Der frühere FCZ-Junior und Red-Star-Hüter in Aktion – das hiess 90 Minuten lang Hechten, Fluchen und Anfeuern. Seinen Vorderleuten gab er Anweisungen: «Marcel chumm», «Alex links», «Jérôme pass uf». Mit Jérôme war Spieler-Trainer und Abwehrchef Jérôme Oswald gemeint. Der 34-Jährige hat für Red Star rund zweihundert 1.-Liga-Partien, vier NLB-Aufstiegsspiele und einen Cup-Halbfinal gegen die Grasshoppers bestritten, ehe er auf die Saison 07/08 zu Thalwil wechselte. Die wenigen Gegentore sind auch sein Verdienst. Beim Ausgleich für die Gastgeber hatte Oswald allerdings seine Füsse unfreiwillig im Spiel. Sein Ausrutscher auf dem nassen Boden führte zum 1:1 durch Daniel Babic (52.). Hasics Tor und Pfostentreffer Bei strömendem Regen war auch Oerlikon/Polizeis Nicola Caldarazzo schon in der 4. Minute ausgeglitten, was Murat Hasic den frühen Thalwiler Führungstreffer ermöglichte. Nach 20 Minuten und einem Pfostenschuss von Hasic war es mit der Thalwiler Angriffsherrlichkeit aber wieder vorbei. Es wurde offensichtlich, wieso der Tabellenvorletzte in dieser Saison zuvor inklusive Cup mehr als fünf Spiele lang ohne Torerfolg geblieben war. Die Stadtzürcher kamen besser ins Spiel, verdientermassen zum Ausgleich und standen einem zweiten Tor näher als der Gegner. Thalwil drehte erst in den letzten Minuten nochmals auf, der aufgerückte Oswald vergab eine Kopfballchance und Michael Will in der Nachspielzeit den Matchball. Die rasante Talfahrt der Thalwiler in dieser Saison kommt einigermassen überraschend. Vor zwei Jahren waren sie erstmals in ihrer Vereinsgeschichte in die 2. Liga interregional aufgestiegen und erreichten auf Anhieb Rang 4. Vier ehemalige 1.-Liga-Spieler, alle von Red Star, waren gekommen. Nebst Gasser und Will auch Mittelfeldspieler Philipp Reiffer und Stürmer Oscar Barreiro. In der bekanntlich schwierigeren zweiten Saison resultierte Platz 5. Die Thalwiler wurden schon als künftiger Erstligist gehandelt. Die Promotion in die höchste Amateurliga war allerdings nie das erklärte Ziel des Vereins. Die Zielsetzung lautete, einen Platz in der ersten Tabellenhälfte zu erreichen. Unerklärliche Negativserie Mit fast unverändertem Kader sieht sich der frühere Spitzenklub aber plötzlich in den Niederungen der Tabelle wieder. «Für mich ist diese Negativserie unerklärlich», sagt Oswald. «Ich bin felsenfest überzeugt, die Tabellenlage zeigt nicht die Wahrheit. Wir sind zu viel mehr fähig.» Zur Abschlussschwäche seines Teams meint der Spieler-Trainer: «Die fehlenden Tore sind auf eine Mischung aus Unvermögen und mangelndem Selbstvertrauen zurückzuführen. Bei uns hat sich der Zitterfuss eingeschlichen.» Das Zittern geht weiter: Am Sonntag kommt es zum Duell beim Tabellenletzten Dulliken. Die Solothurner weisen ein Torverhältnis von 4:18 auf.

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