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Das Wädenswiler Tor zur Hölle

Im Schlosspark Wädenswil sind seit Samstag zwei neue Kunstwerke zu besichtigen.

Von Helen Jäggi Wädenswil – Gleich hinter dem Parkeingang ragt ein zerbrechlicher Holzstab in die Höhe. Obenauf thront das Wort «Lasciate», aus dünnem Holz ausgesägt. Kurz darauf folgt ein zweites Schild: «Ogni». Wer die ganze Passage durchschreitet, kann die Worte zusammenfügen: «Lasciate ogni speranza, voi che entrate». Es ist ein Zitat aus dem Inferno von Dante Alighieri. «Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren», so lautet im Originalwerk die Überschrift zur Hölle. Die Installation ist ein Werk des Tessiner Künstlers Aldo Mozzini und soll zum Nachdenken anregen: Wo hat man einzutreten, worauf zu hoffen? Wer den Weg weitergeht, entdeckt vier zwischen Bäume gespannte Stofffahnen. Darauf zu sehen ist der Körper einer springenden Frau, gegen den Himmel fotografiert. Die Bilder entstammen dem Film der Performance-Künstlerin Dorothea Rust, in dem sie auf einer im Schlosspark gefällten Blutbuche einen Tanz aufführt. Bei Wind scheint es so, als würde der Film wieder zum Leben erweckt. Das Projekt «. . . unter Bäumen» wird vom Verein Landart im Schlosspark Wädenswil getragen. Der 2008 gegründete Verein ermöglicht es zeitgenössischen Künstlern, ihre Projekte im Schlossgarten der Forschungsanstalt ACW zu realisieren. Unterstützt wird er unter anderem von der Hochschule ZHAW, der Forschungsanstalt ACW und der Stadt Wädenswil. Präsidiert wurde er bis anhin von Alt-Stadtpräsident und Bildhauer Ueli Fausch. Stadträtin Felicitas Taddei (FDP) dankt ihm in ihrer Rede dafür, dass er den Park «aus seinem Dornröschenschlaf geweckt» und eine grüne Oase geschaffen habe. Kuratorin Susann Witsch führt die Kunstfreunde durch den Garten, erläutert, erklärt, lässt Raum offen für Interpretationen. Sie betont das Wechselspiel zwischen Natur und Kunst. «Im Schlosspark entstehen die Kunstwerke nicht nur, sie zerfallen auch und verändern sich mit der Zeit.» Ebenfalls präsentiert werden die Werke, die bereits seit längerer Zeit im Garten stehen. Nach der Führung geht es zurück zur Schlossterrasse, wo für die Besucher ein Buffet bereitsteht. Trotz strömendem Regen haben sich an die 30 Interessierte eingefunden. Susann Witsch freut sich und ist gespannt, wie sich das «höllische Wetter» auf die Kunstwerke auswirken wird.

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