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Dem Mahlzeitendienst gehen die Helfer aus

Im Bülacher Alterszentrum Im Grampen fehlt es an Freiwilligen, die Mittagsmenüs an Senioren austragen.

Von Kathrin Morf Bülach – Erwartungsvoll sitzen die Bülacher Rentner Heidi und Ernst Rupp in ihrer Stube. Der Tisch ist hübsch gedeckt, der Magen knurrt – das Paar wartet darauf, dass ihnen Margrit Schütz und Peter Kunz vom Mahlzeitendienst des Alterszentrums Im Grampen einen «Zmittag» vorbeibringen. Wie lange sie noch auf diese Erleichterung ihres Rentnerlebens zählen können, ist allerdings höchst ungewiss, denn den Organisatoren gehen die Freiwilligen aus. «Die Helfer sind oft Rentner, und die wollen spontan und unabhängig sein. Der feste Termin beim Mahlzeitendienst steht dabei im Weg», sagt Axel Zwahlen, der im Grampen für die Freiwilligenarbeit zuständig ist. 13 Helfer benötigt er, um den Dienst aufrechtzuerhalten: jeweils zwei für die Auslieferung an jedem Werktag und drei Springer, die übernehmen, wenn jemand mit Grippe darniederliegt. Und über genau 13 Helfer verfügt er im Moment – noch: Eine Freiwillige hat sich lediglich bis Ende März verpflichtet, möchte daraufhin die Welt bereisen. Kein Notfallszenario Das Jahr 2011 – wohlgemerkt zum «Jahr der Freiwilligen» erkoren – droht für Zwahlen in Bezug auf den Mahlzeitendienst zum Jahr der fehlenden Freiwilligen zu werden. «Ein Notfallszenario habe ich noch nicht», sagt er. «Ich muss Helfer finden.» Denn es sei ihm ein echtes Anliegen, dafür zu sorgen, dass Pensionäre selbst dann zu Hause bleiben können, wenn sie nicht mehr selbst zu kochen vermögen. Die 78-jährige Niederglatterin Margit Schütz bringt den Rentnern seit vielen Jahren unentgeltlich Essen; seit zwei Jahren wird sie dabei vom 66-jährige Bachenbülacher Peter Kunz begleitet. 18 Boxen mit Suppe, Salat und Braten liefern sie an diesem eiskalten Tag aus – zwei davon an die Rupps. «Das Essen ist immer gesund und lecker», sagt Heidi Rupp, «und die Lieferanten sind so lieb.» Besonders freut sie sich, wenn Kunz vorbeischaut, stammt er doch wie sie aus Bern. «So kann ich wieder mal breites Berndeutsch sprechen.» So gut «zwäg» wie die Rupps sind indes nicht alle Schützlinge von Kunz und Schütz. Sie treffen Senioren, die niemanden mehr haben oder schwer krebskrank sind. Solche, die im fünften Stock wohnen, auf eine Sauerstoffflasche angewiesen sind und das Haus ohne die Spitex nicht verlassen können. «Darum ist unsere Arbeit so wichtig», sagt Schütz. «Wir steigern die Lebensqualität dieser Menschen. Und sie sind weniger isoliert.» Zudem sei die freiwillige Arbeit auch «gut fürs Herz der Helfer». Interessierte können sich bei Axel Zwahlen melden, entweder per E-Mail ankontaktstelle@alterszentrum-buelach.ch oder montags und freitags per Telefon unter 043 411 37 04. Margrit Schütz bringt dem Ehepaar Rupp Styroporboxen mit Porzellanschälchen voller leckerer Dinge. Foto: Johanna Bossart

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