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Den Bubentraum Feuerwehrmann ausleben

Am Tag der offenen Tür bei der Stäfner Feuerwehr kamen viele Kinder aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sie sind sich sicher: «Ich will Feuerwehrmann werden!»

Von Ueli Zoss Stäfa – Der Miliz-Feuerwehr Stäfa gehören 54 Männer und 9 Frauen an. Diesen Bestand gibt Ralf Schardein, Kommandant der Einheit, am Tag der offenen Tür vom Samstag bekannt. Die Idee, die Arbeit seiner Leute einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen und die Anlage für Besucher zu öffnen, habe sich aufgedrängt: «Die Bevölkerung soll sehen, wie es bei uns zu- und hergeht.» Auch die Stäfner Polizei und Sanität machen am Anlass mit, die grösste Aufmerksamkeit zieht aber die Ortsfeuerwehr auf sich. Ein Hubretter, ein Tanklöschfahrzeug und ein Pionierfahrzeug sind ausgestellt. Die Hydraulik des Hubretters nutzen viele Besucher, um sich in schwindelerregende Höhen hieven zu lassen. Viele Väter und ihre Kinder machen von dieser einmaligen Gelegenheit Gebrauch. «Feuerwehrmann zu werden, ist immer noch ein Kindertraum, wie Pilot oder Lokführer», sagt Schardein. «Es gibt Kinder, die schauen uns mit grossen Augen an. Sie bewundern uns und unsere Arbeit. Dabei wollen wir gar keine Helden sein. Vorbilder hingegen schon», sagt er. Lebensschule Feuerwehr Auch für Einsatzleiter Hanno Huber zählt die Realität, mit der die Helfer und Retter konfrontiert werden: «Wir kommen auf rund 120 Einsätze im Jahr, von Bagatellfällen bis zum Grossbrand. Leider werden wir auch mit grossem Leid konfrontiert.» Das Careteam von Schutz und Rettung helfe den Betroffenen aber. «Auch wir nehmen deren Dienste in Anspruch. Gerade unsere jungen Leute müssen das Erlebte verarbeiten können», sagt er. In Notfällen greifen die Brandbekämpfer aber nicht nur zur Hydraulik-, sondern noch immer zur guten alten Feuerwehrleiter. Diese muss mit Seilen gesichert werden. «Auch für Personen, die wir retten, brauchen wir Seile als Sicherung», sagt Timo Graf. Er ist 21-jährig und steht seit sieben Monaten im Dienst der Feuerwehr Stäfa. «Es kommt immer wieder vor, dass Leute in Panik auf die Leiter springen.» Als Knoten dienen Schlingen mit Namen wie «einfache Trompete» oder «Ankerstück». «Wir brauchen meistens den Züri-Vierer», sagt Graf. Der Feuerwehr trat er auf Anregung seiner Kollegin Ingrid Berg bei. Die 18-Jährige erinnert sich an die eigenen Anfänge: «Mich hat es wundergenommen, wie das bei der Feuerwehr läuft. Jetzt kann ich sagen: Ich lerne viel, fürs ganze Leben.» Es sei ein gutes Gefühl, Verantwortung zu tragen und das Vertrauen der Leute zu spüren, sagt sie. Schläuche wollen gepflegt sein Helmut Riemens ist der Dienstälteste bei der Stäfner Feuerwehr. «Seit 24 Jahren arbeite ich beim Technischen Dienst der Gemeinde und kümmere mich bei der Feuerwehr um das Wichtigste – um die Schläuche.» Auf der Schlauchanlage prüft er das Material. Ein einzelner Schlauch ist 20 Meter lang; für die Wassertransportleitung hat er einen Durchmesser von 75 Millimetern. «Ein Strahlrohr hat einen Druck von 12 Bar», weiss der Schlauch-Experte. Weit weniger Druck weisen die Übungsschläuche auf, mit denen sich die Kinder amüsieren. Mit väterlichem Beistand und unter Anleitung der Feuerwehrleute üben sie eifrig. Mit dem Wasserstrahl treffen sie rasch einmal mitten ins Ziel. «Und, gefällt es dir?», fragt ein Vater seinen Sprössling. «Ja, ich will auch zur Feuerwehr!», lautet die klare Antwort. Feuerwehrmann zu sein ist noch immer ein Bubentraum. Elisha (5) aus Männedorf würde am liebsten nie mehr aussteigen. Foto: Sabine Rock

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