Zum Hauptinhalt springen

Der BSU ist auf dem richtigen Weg

Wenn es hier nicht um Busse gehen würde, müsste man sagen, es sei höchste Eisenbahn. Schon längst hätte der Busbetrieb Solothurn und Umgebung (BSU) eine Lobeshymne verdient. Deshalb nutzen wir an dieser Stelle die letzte sich bietende Gelegenheit. Konkret soll hier das Angebot des BSU, das beim letzten Fahrplanwechsel im Dezember 2008 stark ausgebaut worden ist, in den höchsten Tönen gelobt werden. Die Damen und Herren Kantonsräte haben weise entschieden, als sie der Bus-Expansion in der Region Solothurn zugestimmt haben. Diese Steuergelder – es geht um 3,3 Millionen Franken im Jahr – ist gut ausgegeben. Es ist sogar zu wünschen, dass in absehbarer Zeit weitere Linien stärker verdichtet werden können. Doch schon jetzt hat das BSU-Angebot für viele Fahrgäste eine wichtige Hürde überwunden: Je nach Haltestelle muss man nicht mehr auf den Fahrplan und die Uhr schauen – es kommt so oder so bald ein Bus. Wer zum Beispiel in der Nähe von Derendingen, Kreuzplatz wohnt und in die Stadt fahren will, kann tagsüber zu beliebiger Zeit an die Haltestelle marschieren – pro Stunde fahren nicht weniger als acht Busse der Linien 1, 5 und 7. Fast so gut bedient ist zum Beispiel Biberist, St.Urs, wo sich die Linien 2, 3 und 6 kreuzen. Von dort werden die Biberister tagsüber sechsmal stündlich in die Stadt chauffiert. Viele andere – zum Beispiel die Bewohner von Langendorf, Oberdorf und Bellach – fahren im Viertelstundentakt in die Stadt. Dasselbe gilt zu den Pendlerzeiten auch für Subingen, Dorf. Ohnehin schlichtweg grossartig ist das BSU-Angebot in der Stadt Solothurn. Und so sei die Behauptung aufgestellt: Für die meisten, die in Solothurn, Zuchwil, Biberist, Derendingen, Langendorf, Oberdorf, Bellach oder Subingen leben und arbeiten, gibt es definitiv keinen sachlichen Grund mehr, mit dem Auto statt mit dem Bus zwischen Wohn- und Arbeitsort hin- und herzufahren. Ganz besonders gilt das in diesen Monaten, in denen die BSU-Busse das Privileg haben, über die Grossbaustelle Bahnhofplatz zu fahren. Auch in der weiteren Region könn(t)en viele gut mit dem Bus pendeln. Das BSU-Netz ist teilweise bis weit hinaus erstaunlich dicht gestrickt. Zum Beispiel im äusseren Wasseramt: Die Etziker bringt der BSU zu den Pendlerzeiten viertelstündlich nach Solothurn oder Herzogenbuchsee und zurück, ansonsten im Halbstundentakt. In Hüniken ist ein durchgehender Halbstundentakt eingerichtet. Um den Ausbau 2008 bewerkstelligen zu können, stellte der BSU 21 neue Busfahrerinnen und -fahrer ein. Die BSU-Busse legen jährlich 500000 Kilometer mehr zurück als bisher. Das kommt einem Ausbau um 25 Prozent gleich. Zumindest im ersten Quartal hat die Zahl der Passagiere noch nicht ganz mitgehalten: Sie erhöhte sich in dieser kurzen Zeit aber bereits um 14Prozent; im zweiten Quartal war ein Zuwachs von 7 Prozent zu verzeichnen. Beim BSU betont man allerdings, es sei zu erwarten, dass die Nachfrage weiter zunehmen werde, da solche Veränderungen des Angebots erfahrungsgemäss erst nach zwei bis drei Jahren in vollem Umfang wirksam würden. Der BSU verdient aber nicht nur wegen des Angebots ein Loblied, sondern auch, weil er der Region Solothurn aufzeigt, wohin die Reise geht. Der BSU lässt vor allem die engere Region – von Bellach bis Derendingen und Biberist bis Oberdorf – näher zusammenrücken. Wer im Bus in diesem Gebiet unterwegs ist, merkt, dass er durch eine mittelgrosse Stadt fährt. Er merkt auch, dass heute längst zusammengehört, was durch überholte Gemeindegrenzen noch immer getrennt ist. Wenn der BSU der Region hilft, sich zu finden und zu vereinen, hat er die nächste Lobeshymne verdient. Fabian Schäfer>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch