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Der Bundesrat segnet «Lex Fry» auf dem Uto Kulm abDer Bundesrat segnet die «Lex Fry» für den Uetliberg ab

Der Uto Kulm liegt definitiv in einer Erholungszone; so hat der Bundesrat entschieden. Damit könnten die illegalen Bauten von Hotelier Giusep Fry nachträglich bewilligt werden.

Von Stefan Häne Zürich/Bern – Die Verärgerung in links-grünen Kreisen ist gross: Eine Umzonung entspreche keineswegs einem öffentlichen Interesse, wie dies der Bundesrat darstelle, sagt Margrith Gysel, Präsidentin des Vereins Pro Üetliberg. Das Ganze diene allein dem Gastrounternehmer vom Uto Kulm, Giusep Fry. «Die Öffentlichkeit verliert nur.» Die Zürcher Grünen werfen dem Bundesrat vor, er schwäche den Schutz einer Landschaft von nationaler Bedeutung. Ausgelöst hat die Kritik der gestrige Entscheid des Bundesrats, die Teilrevision des Zürcher Richtplans zu genehmigen. Der Uto Kulm liegt damit neu in einem Erholungsgebiet und ist nicht mehr Landwirtschaftsgebiet. Damit könnten Frys illegal erstellte Bauten, etwa die überdachte Rondoterrasse und die eingekapselte Südterrasse, nachträglich legalisiert werden. Just dies erhofft sich die bürgerliche Mehrheit im Kantonsrat – samt Grünliberalen. Linke und Grüne sprechen hingegen von einer «Lex Fry», weil nicht für alle gleichesRecht gelte. Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen: Vor dem Bundesgericht ist zurzeit das nachträgliche Bewilligungsverfahren bezüglich dieser Bauten und Anlagen hängig. Leuthard gegen Burkhalter Dass der Gesamtbundesrat über den Uto Kulm befinden musste, belegt, wie umstritten das Geschäft ist. Namentlich das Bundesamt für Kultur (BAK) von Didier Burkhalter (FDP) hatte sich in den Fall eingeschaltet: Es verlangte, der Gestaltungsplan sei erst nach dem Entscheid des Bundesgerichts definitiv festzulegen. Auf diese Weise wollte es ein Präjudiz verhindern. Damit unterstützte das BAK den Antrag der Eidgenössischen Natur- und Heimatkommission – und stellte sich gegen das federführende Umweltdepartement von Doris Leuthard (CVP). Vergeblich, wie der gestrige Bundesratsentscheid zeigt. Mit der Umzonung werden Ausflugs- und Gastrobereich sauber getrennt. Ein Nutzungsvertrag soll zudem definieren, was auf dem Uto Kulm erlaubt ist und was nicht. Diesen wird die zuständige Baudirektion von Markus Kägi (SVP) mit Fry sowie den involvierten Gemeinwesen (Stallikon, Uitikon und der Stadt Zürich) abschliessen. Die Fahrten auf den Berg sollen limitiert, die Anzahl Helikopterflüge auf zwölf begrenzt werden. Tennisplätze wären möglich Eine weitere Folge der Umzonung: Neu ist es theoretisch möglich, auf dem Uto Kulm zum Beispiel Tennisplätze zu realisieren, weil für Bauten nicht mehr die einschränkenden Bestimmungen gelten, wie dies in einem Landwirtschaftsgebiet der Fall ist. René Loner, Sprecher der Baudirektion, versichert jedoch, es sei nichts dergleichen geplant: Dafür müsste der Gestaltungsplan geändert werden. «Doch der Regierungsrat hegt keinerlei Absichten, dies zu tun.» Ebenfalls kein Thema ist laut Loner, den Gastrobetrieb auf das ganze Kulm-Plateau auszudehnen, wie dies Pro Üetliberg befürchtet. In einem nächsten Schritt arbeitet die Baudirektion den Gestaltungsplan fertig aus. Geschehen soll dies bis Mitte Jahr. Noch nicht fixiert sind etwa das Beleuchtungskonzept und die Gestaltung der Bodenbeläge vor dem Hotel. Danach wird die Regierung den Gestaltungsplan festlegen. Dieser dient als Grundlage für das nachträgliche Bewilligungsverfahren für die illegal erstellten Bauten. Der Verein Pro Üetliberg will dies verhindern. Er hat gestern angekündigt, sich mit rechtlichen Mitteln gegen den Gestaltungsplan zu wehren. Der Uto Kulm liegt im Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung. Präsidentin Gysel betont, das Natur- und Heimatschutzgesetz verlange eine ungeschmälerte Erhaltung respektive grösstmögliche Schonung dieser Gebiete. Gastrounternehmer Giusep Fry erhält Unterstützung aus Bern.Foto: Nicola Pitaro

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