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Der Meinungsumschwung im Adliswiler Gemeinderat

Das Parlament will Schulsozialarbeit in allen Schulhäusern. Die Kosten dafür sind umstritten.

Die Chronologie Von Marco Morosoli 2. September 2009: Die Schulpflege beantragt die Schaffung einer 70-Prozent-Stelle für Schulsozialarbeit im Schulhaus Werd. Der Gemeinderat lehnt das Geschäft mit 16 Nein- zu 15 Ja-Stimmen ab. Den Ausschlag dazu gibt das Nein des damaligen Gemeinderatspräsidenten Max Stenz (Freie Wähler). Gleichzeitig regt das Parlament an, einen Vorschlag über eine flächendeckende Schulsozialarbeit auszugestalten. 9. Dezember 2009: Die Schulpflege präsentiert dem Gemeinderat eine neue Vorlage für eine flächendeckende Schulsozialarbeit. Der Stellenetat soll dafür um 1,8 Stellen erhöht werden. Dies würde pro Jahr Kosten von rund 180 000 Franken mit sich bringen. In drei Schulhäusern wird bereits heute Schulsozialarbeit angeboten. Dafür stehen 1,9 Stellen zur Verfügung. Nach einer emotionalen Debatte wird der Vorschlag der Schule knapp abgelehnt. Ausschlaggebend ist einmal mehr das Nein des Gemeinderatspräsidenten. 3. Februar 2010: Die FDP-Gemeinderäte Peter Barmettler und Yannick Wettstein reichen eine Motion ein. Sie verlangt eine flächendeckende Schulsozialarbeit. Für die Stellenberechnung sollen die Empfehlungen des kantonalen Amtes für Jugend- und Berufsberatung aus dem Vorjahr herangezogen werden. Diese gehen für eine Gemeinde in der Grösse von Adliswil von maximal 2,67 Stellen für die Schulsozialarbeit aus. Einen gleichlautenden FDP-Antrag hatte der Rat im Dezember 2009 noch abgelehnt. Dieses Mal schwenkt der Rat auf die FDP-Motion ein und überweist sie mit 25 Ja- zu 10 Nein-Stimmen an die Schulpflege. 16. April 2010: Die SP reicht ihre Initiative zur Schulsozialarbeit ein. 581 Adliswiler haben sie unterschrieben. Das Volksbegehren fordert für die flächendeckende Schulsozialarbeit gegenüber dem gegenwärtigen Zustand zusätzlich 210 000 Franken pro Jahr. 7. Juli 2010: Der Rat soll über den Vorschlag der Schulpflege debattieren. Das Geschäft wird aber von der Traktandenliste gestrichen. Der Grund: Die Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission (RGPK) konnte sich im Vorfeld nicht mit der Vorlage befassen. 6. Oktober 2010: Die Variante der Schulpflege mit einer Erhöhung des Etats um 1,42 Stellen scheitert erneut, mit 13 Ja- zu 19 Nein-Stimmen. Gleichzeitig wird auch die FDP-Motion zur Schulsozialarbeit abgeschrieben. Das Votum war mit 22 Ja- zu 9 Nein-Stimmen klar. Bezüglich Schulsozialarbeit bleibt in Adliswil jetzt alles beim Alten, ausser das Volk sagt Ja zur Initiative der SP.

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