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Der Sonntag

ANINA SONDEREGGER

Es geht langsam, aber sicher dem Herbst zu. Wenn ich aus meinem Fenster blicke, sehe ich nicht viel mehr als eine dicke Nebelsuppe und ein paar wenige Sonnenstrahlen, welche sich durch den dichten Nebel kämpfen – jedoch immer noch ohne Erfolg. Die Bäume und Sträucher wechseln ihre Farben, und die ersten Blätter fallen nieder. Irgendwie steht alles still, kein Vogel meldet sich, kein Schmetterling ist zu sehen, nein, nicht einmal eine lästige Biene fliegt einem um die Birne. Ich sitze in meinem Zimmer, lasse mich durch die nach dem schönen Sommer noch ungewohnte Herbstatmosphäre inspirieren, blicke Richtung Schreibtisch und zucke kurz zusammen: Bücher, was das Zeug hält: Geschichte, Englisch, Spa-nisch Meine Lernmotivation ist gleich null. Und dann ist es auch noch Sonntag, der Tag in meiner Woche, an dem ich am liebsten zu Hause in meinem Bett bleibe und möglichst nichts studieren möchte. Bei dieser herbstlichen Stimmung kann ein warmer Tee nicht schaden: Also weg von den Schulbüchern in die Küche. Mit dem warmen Tee und einem leckeren Stück Kuchen setze ich mich vor den TV. Nicht zu glauben, ausser öde Talkshows und irgendwelche Serien kommt aber auch gar nichts. Ausschalten Nachdem ich erneut eine Stunde zurück ins warme Bett liege, klingelt plötzlich mein Handy. «Hei, chunnsch schnäu ufe Mühli öppis cho trinke? Mir isch längwilig.» Gut, wunderbar, irgendwie habe ich einen Schimmer Hoffnung, dass mein Sonntag vielleicht doch noch nicht ganz verloren ist. Mit einem dicken Schal und einer warmen Jacke schlendere ich also auf den Mühleplatz, trinke eine heisse Schokolade, nein, sogar zwei! Ich quatschte und quatschte und quatschte, bis es auf meiner Uhr doch schon fünf Uhr ist. Zu Hause angekommen und natürlich noch voller Elan, setze ich mich an meinen Schreibtisch und beginne zu lernen. Tipptopp, das geht ja wie am Schnürchen, wenn man will. Dem Mühli sei Dank Doch bereits nach einer Stunde lenkt mich der Blick aus dem Fenster wieder ab. Warum ich mich wohl so von diesen Sonntagen beeinflussen lasse?! Gesagt, getan, ich stürze mich in meine Joggingkleidung und fahre mit dem Fahrrad an die Aare, stelle das Fahrrad an den Hag und beginne langsam zu joggen. Gemütlich renne ich der Aare nach und wieder zurück – geniesse die feine Herbstbise, die um meine Ohren weht. Nach dreiviertel Stunden bin ich endlich zurück, erschöpft, aber glücklich. Zum Schluss dieses Sonntages esse ich eine grosse Portion Spaghetti mit viel Käse und widme mich voll und ganz dem Spiel Roger Federer gegen Novak Djokovic! Sieg Federer! Nun komme ich zum Schluss, dass Sonntage doch nicht immer negativ sein müssen, sondern man solche Sonntage auch zum Positiven wenden kann! Anina Sonderegger (16) wohnt in Thun und besucht das Gymnasium Thun-Schadau. Ihre Hobbys sind Joggen, Freunde treffen und Musik. >

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