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Der Weg zum Weihnachtsfest war für Tausende ein sehr beschwerlicher

Endlich wieder einmal weisse Weihnachten. Wegen des Wetters aber steckten in Europa Tausende fest. Englische Behörden fordern nun strengere Gesetze für Flughäfen.

Inzwischen hat sich der Reiseverkehr in Europa wieder etwas normalisiert. Doch stecken Tausenden die Reisestrapazen noch in den Knochen. Hunderte von Flügen wurden wegen des Winterwetters in ganz Europa gestrichen. Viele Personen, die über Frankfurt reisten, warten allerdings noch auf ihr Gepäck. Schätzungsweise 12 000 von rund 45 000 aufgegebenen Gepäckstücken würden ihren Besitzern nachgeschickt, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers. Betroffen seien Passagiere, die von Frankfurt aus wegen der Wetterkapriolen nicht starten konnten, ihr Gepäck aber schon aufgegeben hatten. Auch in England haben die abgesagten Flüge ein Nachspiel: Der britische Transportminister kritisierte in der «Sunday Times» die englischen Flughafenbetreiber scharf. Die Manager des Flughafens Heathrow – einer der wichtigsten internationalen Drehscheiben – hätten sich beim Einkauf von Enteisungsmittel völlig verkalkuliert. Eine vom spanischen Unternehmen Ferrovial betriebene Piste blieb gleich vier Tage wegen Schnee und Eis geschlossen. Die britische Regierung, so der Minister, würde sich überlegen, die Flughafenbetreiber per Gesetz zu verpflichten, einen minimalen Servicestandard auch bei frostigen Temperaturen aufrechtzuerhalten. Sonst drohe ihnen eine Busse. Feier auf der Fährstation Akuter Mangel an Enteisungsmittel hat auch dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle ein zweitägiges Weihnachtschaos beschert. Hunderte verbrachten Heiligabend in den Terminals. Ganze Familien mussten auf dem Grossflughafen in Feldbetten schlafen, weil ungefähr 400 Flüge gestrichen worden waren. Airline-Mitarbeiter brachten Essen und Getränke sowie Geschenke für die Kinder. Die Lage wurde durch die Evakuierung eines Terminals zusätzlich erschwert. Das Dach des Gebäudes musste vom Schnee geräumt werden, weil es einzustürzen drohte. Es sorgte bereits 2004 für Schlagzeilen, als es bei einem Einsturz mehrere Menschen unter sich begrub. Da in Frankreich der grösste Glykol-Hersteller zurzeit bestreikt wird, musste Enteisungsmittel aus Deutschland sowie – per Frachtflieger – aus den USA importiert werden. Beeinträchtigungen gab es auch auf den französischen Strassen, vor allem im Nordosten des Landes, wo die Behörden Notaufnahmelager für gestrandete Autofahrer einrichteten. Auch in Dänemark mussten Hunderte Menschen den Heiligabend unterwegs verbringen, zum Beispiel an der Fährstation Rønne. Sie kamen nach Ankunft der Fähre auf den Strassen nicht mehr weiter. Die Behörden hatten wegen eines Schneesturms mit drei bis vier Meter hohen Schneeverwehungen alle Räumarbeiten abgebrochen. Auch für medizinische Hilfe war mit dem Auto kein Durchkommen mehr: Am ersten Feiertag hat sich eine Hebamme deshalb Langlaufski untergeschnallt, um rechtzeitig bei einer gebärenden Dänin in der Ortschaft Tejn zu sein, wie die Zeitung «Ekstra Bladet» am Samstag in ihrer Internetausgabe berichtete. T-Shirts in Griechenland Auch an den beiden Weihnachtstagen kamen viele nur mit Verspätung am Ziel an. Im Norden Spaniens blieb gestern ein Schnellzug bei eisiger Kälte im Schnee stecken. Die 148 Fahrgäste mussten drei Stunden ohne Heizung in den Waggons ausharren. Der Zug hatte sich auf der Strecke von der nordspanischen Hafenstadt Santander nach Madrid befunden. Wie die staatliche Bahngesellschaft Renfe mitteilte, war bei der Kleinstadt Reinosa in der Region Kantabrien die Stromversorgung unterbrochen, sodass der Zug stehen blieb und auch die Heizungen in den Waggons ausfielen. In der Gegend herrschten Temperaturen von bis zu minus 13 Grad. So kalt wie schon lange nicht mehr war es am Stephanstag im Schweizer Mittelland. Vielerorts fielen die Temperaturen in den zweistelligen Minusbereich. Frühaufsteher konnten einen sternenklaren Himmel beobachten. Am kältesten war es beim Flughafen Zürich-Kloten mit minus 15,9 Grad, wie SF «Meteo» mitteilte. So kalt war es dort seit dem 1. März 2005 nicht mehr. Es herrschten ideale Voraussetzungen für besonders tiefe Temperaturen: polare Kaltluft, eine geschlossene Schneedecke und ein wolkenloser Himmel am Morgen. Deshalb wurden die tiefsten Temperaturen erst am Morgen zwischen 8 und 9 Uhr gemessen. Griechenland dagegen erlebte ungewöhnlich warme Weihnachten: Gestern zeigte das Thermometer um die Mittagszeit 18 Grad Celsius. Viele Einwohner machen ihren Spaziergang am zweiten Weihnachtstag mit kurzärmligen Hemden.(SDA/ber)

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