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Die Bäuerin, die zwei Männer überholt hat

Neu im Rat (I): Margreth Rinderknecht aus Horgen vertritt die bekannten SVP-Standpunkte. Dennoch wird sie im Kantonsrat auffallen. Von Susanne Anderegg Wallisellen – Margreth Rinderknecht lässt nichts anbrennen. Kaum gewählt, ist die Bäuerin aus Wallisellen gestern auf Tour gegangen und hat ihre Plakate abmontiert, die im ganzen Bezirk an Hauptstrassen platziert waren. Es seien nicht sehr viele gewesen, sagt sie, nur etwa 15. Aber dafür schöne: «Der Besuch beim Fotografen hat sich gelohnt.» Die 55-jährige SVP-Politikerin hat es im zweiten Anlauf in den Kantonsrat geschafft. Und ihr ist gelungen, was in der konservativen SVP eher selten ist: Sie hat zwei Männer auf der Wahlliste überholt. Dasselbe haben im Bezirk Uster auch Jacqueline Hofer und Anita Borer erreicht; sie verdrängten sogar einen Bisherigen, Heinrich Wuhrmann, aus dem Rat. In der 54-köpfigen SVP-Fraktion sitzen künftig acht Frauen – gleich wenige wie bis anhin. Aber sie werden wohl mehr auffallen. Margreth Rinderknecht zumindest hält mit ihrer Meinung nicht zurück. Sie war Kolumnistin der TA-Regionalausgabe und schreibt für die «Bauernzeitung». Wenn sie sich ärgert, greift sie in die Tasten für einen Leserbrief. Etwa wenn das Schweizer Label AOC in einem Rezept für Ribelmais Parmesan statt Sbrinz empfiehlt.Rinderknecht ist Präsidentin der Zürcher Landfrauen – das Kochen mit Schweizer Produkten ist ihr ein Herzensanliegen. Auch kämpft sie gegen den Verlust weiterer Anbauflächen. Sie ist als Bauernkind am Katzensee aufgewachsen, war Primarlehrerin in Rümlang und hat einen Walliseller Bauern geheiratet. Die vier Kinder sind erwachsen, das Ehepaar betreibt Ackerbau auf eigenen und gepachteten Parzellen, die zerstreut in der Zürcher Agglomeration liegen. Rinderknecht stört sich weniger an der Zersiedelung als an den vielen ökologischen Auflagen. Im Kantonsrat will sie sich dafür einsetzen, «dass wir nicht noch mehr Blüemliwiesen machen müssen». Die Frau vertritt typische SVP-Standpunkte. Doch sie ist keine Mitläuferin. Im November 2008 stimmte sie als Einzige von 49 Vorstandsmitgliedern gegen Blochers Nomination als Bundesratskandidat. Gestern gehörte Bundesrat Ueli Maurer zu den Ersten, die der neuen Kantonsrätin gratulierten. Margreth Rinderknechts Wahlplakate haben sich gelohnt. Fotos: Dominique Meienberg

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