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«die emotionen der kinder sind echt»

Auch behinderte Kinder sollen sich in der Natur austoben können. Dafür setzt sich die Meilemerin Noemi Bachmann mit der «Pfadi trotz allem» ein.

Meilen. - Noemi Bachmann aus Meilen begann vor fünf Jahren ihr Engagement in der «Pfadi trotz allem» am Pfannenstil (PTA). Der Wechsel von der Pfadi Meilen zur PTA war für die 20-Jährige nur eine Frage der Zeit gewesen: Die Arbeit mit Kindern mit einer Behinderung hatte sie schon lange interessiert, und diesen Weg will sie in der Zukunft auch beruflich als Heilpädagogin gehen.

In der PTA-Hütte im Mühlehölzli oberhalb von Stäfa bereiten sich Noemi und eine weitere Leiterin auf den Samstagnachmittag vor. Ein Wettkampf, der mit einer Diashow mit Fotos aus dem Sommerlager sein Ende finden soll, steht heute auf dem Programm. Um 14 Uhr treffen die ersten Kinder ein, und eine Begrüssungsrunde mit Händeschütteln und ausgelassenen Umarmungen beginnt.

Gestritten wird nur im Spiel

Die Herzlichkeit der Kinder war für Noemi der Hauptgrund, bei der PTA einzusteigen. «Die Emotionen der Kinder sind echt», sagt sie. Geläster und Intrigen seien hier nie ein Thema. Die Begeisterung und die Fantasie der Kinder seien umwerfend, eine eigene Welt.

Nachdem das Begrüssungslied zu Ende ist, täuschen Noemi und die andere Leiterin einen Streit vor, doch das Lachen zu unterdrücken, fällt ihnen sichtlich schwer. Die Fotos des Sommerlagers, heisst es, seien verloren gegangen. Die Frage sei nun, wer sie schneller wieder finde.

Zwei Gruppen werden nun gebildet, und der Wettkampf startet mit einem Fussballspiel. Obwohl einigen Kindern das Rennen schwerfällt, überwiegt der Ehrgeiz zu gewinnen bei allen, und der Ball fliegt über das Spielfeld.

«Wenn ich hier bin, sehe ich nicht Kinder mit einer Behinderung vor mir, sondern Kinder, die nur so weit Unterstützung brauchen, bis sie es selber können», sagt Noemi. Sie wolle einfach versuchen, das Beste aus den Kindern rauszuholen, ohne Leistungsdruck. «Wir sind keine Erzieher», sagt sie, denn «rumblödeln» gehöre ebenfalls in die Pfadi.

Vertrauen als Basis

Als Abteilungsleiterin koordiniert Noemi Anlässe und muss zudem regelmässig mit den Eltern der gut zwanzig Kinder ihrer Abteilung kommunizieren. Da die Leiterinnen und Leiter der PTA keine spezielle Ausbildung haben, ist der persönliche Kontakt zu den Eltern besonders wichtig. Das Vertrauen der Eltern sei die Basis.

Auch den Kontakt zur anderen Pfadi versucht die PTA herzustellen. Doch wegen der aufwendigen Betreuung der Kinder ist dies oft schwierig. Immerhin hat die PTA vor einem Jahr an einem schweizweiten Pfadilager (Contura) teilgenommen. Für die Kinder der PTA sowie für die übrigen Pfadi-Abteilungen sei dies eine sehr positive Erfahrung gewesen, sagt Noemi Bachmann.

Oft gibt es aber auch unbeholfene Reaktionen. «Für mich gehört der Umgang mit den Kindern zum Alltag», sagt die 20-Jährige. Doch sie erlebe Situationen, in denen das Umfeld überfordert sei. Es sei schon vorgekommen, dass Leute im Zug das Abteil gewechselt hätten. Oft geschieht dies nicht aus Ablehnung oder aus Bosheit. Vieles sei auf Unbeholfenheit zurückzuführen. «Die Leute stellen sich häufig die Frage, wie sie reagieren sollten», weiss Noemi aus eigener Erfahrung. Man müsse lernen, den richtigen Umgang zu finden. Von den Kindern der PTA könnte dabei mancher etwas lernen. Den diesen fällt der richtige Umgang überhaupt nicht schwer: So hört man am Samstagnachmittag fröhliche Kinderstimmen durch den Stäfner Wald hallen.

Noemi Bachmann bereitet die Kinder auf den Wettkampf vor.

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