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Die neue Stadt im Glattal beflügelt die Fantasie

Wo soll das Zentrum der Stadt liegen? Und wie soll sie heissen? Die Vision einer Architektengruppe gab an einem Infoabend zu reden.

Von Christian Brütsch Wallisellen – Die Idee, das Glattal zu einer richtigen Stadt für 400 000 Einwohner umzubauen, stösst offensichtlich auf Interesse. Mehr als 200 Personen sind am Montagabend im Einkaufszentrum Glatt zusammengekommen, um sich aus erster Hand über die Vision der Architektengruppe Krokodil (TA vom 22. 1.) informieren zu lassen. In der Diskussion, die auf die Präsentation folgte, prangerte Initiant Andreas Sonderegger das kleinräumige Denken in der Region an. Er verglich die Gemeinden mit einer Reiheneinfamilienhaussiedlung. «In jedem Garten befindet sich vorne in der Ecke beim Lattenzaun der Komposthaufen.» Mit anderen Worten: Die Gemeinden platzieren unliebsame Bauten wie etwa Industriebetriebe je für sich an die Peripherie, statt gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Eine Stadt ohne richtige Mitte Diesen Vorwurf liess Dübendorfs Stadtpräsident Lothar Ziörjen (BDP) nicht auf sich sitzen: «Wir arbeiten schon lange überregional zusammen und entwickeln das Gebiet über die Gemeindegrenzen hinaus.» Der beste Beweis dafür sei der Verein «Glow das Glattal», dem neben seiner Gemeinde auch Bassersdorf, Dietlikon, Kloten, Opfikon, Rümlang, Wallisellen und Wangen-Brüttisellen angehören. Architekt Roger Boltshauser konterte, dass dieser Raum zu klein bemessen sei für 400 000 Menschen. Richard Wolff, er ist Koordinator der Überparteilichen Arbeitsgruppe Nord, war mit dem Zentrum der neuen Stadt nicht einverstanden. In der Vision steht dieses dort, wo sich heute noch der Flugplatz Dübendorf befindet. Wolff dagegen ist der Ansicht, dass das Gebiet um den Flughafen in Kloten zum Zentrum werden sollte. Dort pulsiere das Leben – und das schon heute. Diesem Argument hielt Boltshauser entgegen, dass das Zentrum in der Mitte liegen sollte und diese sei wohl eher in Dübendorf. «Zürich bleibt das Zentrum», warf ein anderer ein. Schliesslich schlug Kantonsplaner Wilhelm Natrup einen Kompromiss vor. «In einer neuen Grossstadt muss polyzentrisch gedacht werden», sagt er. Es werde mehrere Zentren geben. «Ganz einfach: Glattfurt» Natrup war indessen mit der Idee des sogenannten Flächentransfers nicht einverstanden. Dabei geht es darum, dass eine Gemeinde, die bewusst auf eine Ausnutzung verzichtet, mit einem Teil der neuen Stadt dafür belohnt wird. Der Richtplan regle dies schon zur Genüge, beteuerte Natrup. Die Diskussionsteilnehmer konnten sich in dieser Frage nicht einigen. Das Wichtigste ist laut Lothar Ziörjen ohnehin etwas anderes: «Wir müssen das Bild von der Stadt in den Köpfen der Bevölkerung verankern.» Und Wolff ergänzte, es sei an der Zeit, der neuen Stadt einen Namen zu geben. Auf der Suche danach scheiterte die Runde allerdings. «Glattalstadt tönt nicht wirklich gut», sagte Boltshauser, «von Glow ganz zu schweigen.» Wolff erinnerte daran, dass der Perimeter sowieso um das Furttal ergänzt werden müsse – «und dann ist es ganz einfach: Glattfurt».

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