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Die Schrebergärten müssen Alterswohnungen weichen

Die Gemeindeversammlung hatte sich knapp für den Erhalt der Grünfläche in Herrliberg ausgesprochen. Doch an der Urne scheiterte der Rettungsversuch.

Von Lorenzo Petrò Herrliberg – Wolfgang Keil ist enttäuscht. «In Herrliberg muss offenbar jeder Flecken überbaut werden», ärgert sich der Schrebergartenvereinspräsident. «Traurig, aber wahr!» Die Herrliberger haben der Umzonung der Schrebergartenparzelle an der Schulhausstrasse von der Erholungszone in die Zone für öffentliche Bauten gestern an der Urne deutlich zugestimmt. Die Gemeinde möchte auf dem Stück Land Alterswohnungen errichten, die von der Nähe zum Alters- und Pflegeheim Im Rebberg profitieren können. Vor kurzem hatte Keil noch Grund zum Jubeln: Seine Argumente für den Erhalt der «grünen Oase» im Dorfkern fanden Gehör. Die Gemeindeversammlung vom 9. Juni lehnte die Umzonung knapp ab. Die Schrebergärtner, ebenso überrascht wie die Gemeindevertreter, schnupperten Morgenluft. Doch wenige Minuten später die Ernüchterung: Deutlich mehr als das nötige Drittel der Versammlung verlangte, den Entscheid an der Urne zu fällen. Gemeindepräsident Walter Wittmer (Gemeindeverein) freut, dass das Ja an der Urne nun deutlicher ausgefallen ist als das Nein an der Gemeindeversammlung. Mit rund 1100 zu 680 Stimmen hiessen die Herrliberger die Umzonung des Schrebergartenareals und einer weiteren Parzelle im Nordwesten des Pflegeheims gut. Letztere dient als Reserve für den Ausbau der nahen Schule. Die Stimmbeteiligung lag bei beiden Abstimmungen um 37 Prozent. «Es wäre nicht richtig, ob des Resultats nun gross euphorisch zu werden», sagt Gemeindepräsident Wittmer. Man sei sich der Bedenken in einem relativ grossen Teil der Herrliberger Bevölkerung bewusst geworden und wolle das Alterswohnungsprojekt deshalb verantwortungsvoll weitertreiben. Verein diskutiert Auflösung Wittmer bekräftigt den Willen des Gemeinderates, zwar nicht die billigsten, jedoch für den Mittelstand bezahlbare Alterswohnungen zu errichten. Auch wolle man nicht das gesamte erlaubte Bauvolumen nutzen, sondern mit ausreichender Begrünung sowie einer Gartenanlage am Bach das bestehende Café des Pflegeheims aufwerten. «So können wir ein gutes Ensemble schaffen, das ein Treffpunkt auch für weniger alte Anwohner aus der Umgebung werden kann.» Nun gilt es für Gemeinderat und Schrebergartenverein, die Verhandlungen über Realersatz für die Gärten wieder aufzunehmen. Gemäss Wolfgang Keil gebe es zwar ein brauchbares Angebot, jedoch auf der grünen Wiese,«ohne jegliche Infrastruktur». Zudem befinde sich die Parzelle auf Bauland der Gemeinde, dem bald wieder die Überbauung drohe. Deshalb stehe an der Generalversammlung im Januar auch die Auflösung des Vereins zur Diskussion.

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