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Die SP verzichtet auf Andi Gross im Wahlkampf gegen Blocher

Für den Ständerat schlägt die Parteispitze den Rümlanger Gemeindepräsidenten Thomas Hardegger vor.

Von Daniel Schneebeli Zürich – Im Kanton Zürich zeichnet sich ein spannender Wahlkampf um die zwei Ständeratsitze ab. Neben den Bisherigen Verena Diener (Grünliberale) und Felix Gutzwiller (FDP) kandidiert als erster Herausforderer Alt-Bundesrat Christoph Blocher (SVP). In den Startpflöcken stand auch der Nationalrat und designierte Europaratspräsident Andi Gross (SP). Doch aus dem Vierkampf der politischen Schwergewichte wird wohl nichts. Die Geschäftsleitung der SP Kanton Zürich schlägt der Delegiertenversammlung vom 14. Mai nicht Gross, sondern Kantonsrat Thomas Hardegger vor. Dieser habe sich als Präsident in der SVP-Gemeinde Rümlang den Ruf eines talentierten Brückenbauers erarbeitet. Er sei verlässlich und dossierfest in Bau-, Sozial- und Finanzfragen. Für die SP-Geschäftsleitung ist er der ideale Interessenvertreter für den Kanton Zürich, wie es in einer Mitteilung heisst.Gemäss SP-Präsident Stefan Feldmann ist Hardegger einer von sieben möglichen Kandidatinnen und Kandidaten, mit denen die SP-Spitze Gespräche geführt hat. Laut Feldmann kam seine Nomination in der Geschäftsleitung «grossmehrheitlich» zustande, dem Vernehmen nach mit 5:2 Stimmen. Die SP wolle im Wahlkampf das Gewicht auf Wohnbau-, Umwelt-, Sozial- und Steuerpolitik legen. Dazu sei Hardegger der geeignetere Kandidat als «Aussenpolitiker» Gross. Man wolle sich im Wahlkampf nicht an Blocher ausrichten. «Das wäre zu viel der Ehre», sagte Feldmann. Zudem sei er überzeugt, dass Hardegger auch in einer Europadebatte «mithalten kann». Andi Gross ist enttäuscht Andi Gross reagierte gestern enttäuscht und liess durchblicken, dass er den Entscheid als falsch erachtet: «Wir können die SVP nicht ignorieren.» Er wäre bereit, im Wahlkampf «die nationalistische Politik und die Angstmacherei der SVP zu entlarven», sagte er. Gross zeigte sich überzeugt, dass der Zürcher Wahlkampf Signalwirkung für die Schweiz habe, denn Blocher wolle sich mit seiner Kandidatur für die Abwahl aus dem Bundesrat rächen. Andi Gross, einer der damaligen Drahtzieher, sieht sich als prädestiniert, um sich diesem Vorhaben entgegenzustellen. Gross betont allerdings, dass er den Entscheid des Vorstandes akzeptiere und keinen Wahlkampf gegen Thomas Hardegger führen werde. Wenn ihn aber die Delegiertenversammlung am 14. Mai dennoch nominiere, werde er nicht Nein sagen, kündigte er an. An diesem Tag muss Gross auch um seine Nationalratsnomination kämpfen, denn dafür braucht er eine Zweidrittelmehrheit in der Versammlung, und die ist dem 58-Jährigen nicht automatisch sicher. Keine Unterstützung wird Gross von den Jungsozialisten erhalten. «Wir setzen uns für die Verjüngung ein», sagte Juso-Co-Präsident Fabian Molina. Allerdings stellen sie am 14. Mai nur 4 von rund 170 Delegierten. Auch Ruedi Lais kandidiert Neben Hardegger wird an der SP-Delegiertenversammlung auch Kantonsrat Ruedi Lais (Wallisellen) für den Ständerat kandidieren. Er wurde gestern von der Bezirkspartei Bülach nominiert. Drei weitere Parteien haben ihre Ständeratskandidaten bereits aufgestellt: Die Grünen den Zürcher Gemeinderat Balthasar Glättli, die CVP Nationalrat Urs Hany und die EVP Nationalrätin Maja Ingold. Sie duellieren sich seit Jahrzehnten: Die Nationalräte Andi Gross (l.) und Christoph Blocher im Jahr 2002. Foto: Keystone Thomas Hardegger. Ruedi Lais.

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