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Die Stromlobby ist noch gespalten

Die Frage nach dem Bau neuer Atomkraftwerke (AKW) spaltet in der Schweiz seit jeher Gegner und Befürworter. In der jüngsten AKW-Diskussion spielen aber auch die Stromkonzerne gegen- statt miteinander. Die Atel (heute Alpiq) reichte im Juni des vergangenen Jahres beim Bund ein Rahmenbewilligungsgesuch für ein zweites Atomkraftwerk in Däniken ein. Geplante Inbetriebnahme ist 2025. Axpo und BKW gründeten im vergangenen Jahr ein Konsortium und deponierten im Dezember ebenfalls ein Rahmenbewilligungsgesuch für zwei neue Kraftwerke in Beznau und Mühleberg. Die beiden dortigen Anlagen müssen zirka im Jahr 2020 vom Netz. Nur: Drei neue Kraftwerke – das hält niemand für realistisch. Und: Gerade in der Uneinigkeit der Axpo, BKW und Alpiq (entstanden aus der Fusion zwischen Atel und EOS) sehen die Atomgegner ihre Chance. Die Grünen und Allianz Stopp Atom werden das Referendum gegen neue AKW ergreifen. Die Chancen der Gegner stehen derzeit gut. Die Konzerne haben sich in der AKW-Frage noch nicht geeinigt. Axpo-Chef Heinz Karrer etwa hält das Projekt der Alpiq für überflüssig und chancenlos. Grund: Das dort bereits bestehende Kraftwerk müsste später (2040 bis 2045) abgeschaltet werden als jene in Beznau und Mühleberg. Verhandlungen zwischen Axpo, BKW und Alpiq verliefen bislang erfolglos. Die Gründe für diese Uneinigkeit liegen auf der Hand. Axpo und BKW wollen ihre Stellung als Stromversorger halten. Atel und EOS streben dagegen mit ihrer Fusion die Herrschaft im Strommarkt an. Der Bundesrat dürfte frühestens 2012, das Parlament ein Jahr später über die Rahmenbewilligungsgesuche entscheiden. Es ist allerdings kaum anzunehmen, dass drei neue Atomkraftwerke gleichzeitig bewilligt werden.kai >

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