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«Die Tieranwalt-Initiative hätte nicht verworfen werden dürfen»

Tierschutz Pony Karioka starb nach neun Stunden Leiden, TA vom 19. August Als Tierarzt nicht geeignet. Als Polopferd zu alt, sollte Karioka zum Nutzpferd für den Menschen umgeschult werden. Dagegen ist generell nichts einzuwenden, aber gegen die verächtliche Art und Weise, wie dabei vorgegangen wurde. Es wäre wünschenswert, Herr Bodenmüller erführe seitens seiner Reitkollegen wie auch seiner Praxiskundschaft diese Verachtung. Unvorstellbar, dass ein solcher Mensch auch noch als Tierarzt auf Haustiere losgelassen wird. Mich persönlich bestätigt dieser Vorfall in meiner Überzeugung, dass die Tieranwalt-Initiative nicht hätte verworfen werden dürfen. Ruth Stettler-Lüber, Samstagern Lizenz entziehen. Mir stand der Atem still, als ich den Artikel im «Tages-Anzeiger» las. Was Jörg Bodenmüller mit Karioka machte und in Auftrag gab, ist reine Tierschinderei. Herr Bodenmüller ist eines Tierarztes sowie eines Militaryreiters unwürdig. Es bleibt zu hoffen, dass ihm das Bezirksgericht Winterthur alle Lizenzen, die er für Pferde und als Tierarzt besitzt, sofort entzieht. Werner H. Fritz, Emmetten Es gibt tiergerechte Methoden. Als SFRV-Trainer C stehen wir für eine gewaltfreie, tiergerechte Ausbildung, die weitestgehend ohne Ausbinder oder sonstige Zwangsmittel auskommt. Dem Pferd wird die Zeit gelassen, die es braucht, um physisch und psychisch zum Reitpferd zu werden. So werden Angstzustände verhindert, und das Pferd muss keine Gegenwehr leisten. Sollte ein Pferd doch einmal (aus Übermut oder Lebenslust) unerwartete Sprünge nehmen, wird es nicht durch Ausbinder behindert und kann selbst die Balance wiederfinden, ohne Gefahr zu laufen, zu stürzen. Wir möchten noch einmal betonen, dass es tiergerechte, pferdeschonende Methoden gibt, Pferde aus- oder umzubilden, und dass diese schönen Geschöpfe nicht wie Pakete zusammengeschnürt zu werden brauchen. Schönheit und Eleganz dieser Tiere erhalten sich nur mit der Freude an der Arbeit. Sara Kräuchi, WetzikonNirina Meyer, Steg Der Tieranwalt ist gefragt. Das kleine Pony Karioka wurde in der Reithalle in Neftenbach so gequält, dass es an den Folgen starb. Es war sicher nicht der erste Tag, an dem das Tier diesen Torturen ausgesetzt war, aber Gott sei Dank der letzte. Noch haben wir einen Tieranwalt in Zürich und können hoffen, dass er sich für eine angemessene Bestrafung des Reitlehrers einsetzt. Kommt es nicht dazu, hatte das Schweizer Volk recht, als es die Tieranwalt-Initiative mehrheitlich ablehnte. Helga Görlitz, Zürich Sich Zeit nehmen. Ich habe seit zwölf Jahren eine Reitschule im Zürcher Oberland. In dieser Zeit habe ich versucht, Hunderten von Reitschülern die Zusammenhänge im Pferdekörper näherzubringen. Muskeln können nur entstehen, wenn sie durch einen Beuger angezogen werden und wenn sie nach kurzer Zeit durch einen Strecker wieder gedehnt werden. Wenn also ein Pferd mit Gummizügeln ausgebunden wird, kann es sich nicht strecken. Dieses Bild hat nichts zu tun mit einem korrekten Vorwärts-Abwärts. In einem korrekten Vorwärts-Abwärts kann ein Pferd den Hals in die Waagrechte bringen und den Kopf nach vorne strecken. Das Ziel der Ausbildung ist, vermehrt Gewicht von den Vorderbeinen auf die Hinterbeine zu bringen, damit das Pferd das Reitergewicht schonend für seinen Körper ein Leben lang tragen kann. Dieser Prozess kann bei einem Polopony, welches sein ganzes bisheriges Leben falsch geritten worden ist, unter Umständen Jahre dauern. Diese Geduld und Zeit, die einem niemand bezahlt, muss man dem Pferd zuliebe aufbringen. Auch wir korrigieren seit anderthalb Jahren so ein Pony. Wahrscheinlich brauchen wir noch doppelt so lange, bis es in der Lage sein wird, sich und seine Reiterin korrekt zu tragen. Wir nehmen uns die Zeit dazu. Natalie Messmer, Ottikon «Schönheit und Eleganz dieser Tiere erhalten sich nur mit der Freude an der Arbeit.»

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