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Dignitas-Arzt gibt Praxis auf

Noch vor dem Entscheid des Bundesgerichts zieht sich der Arzt zurück.

Von Thomas Hasler Lausanne/Zürich – Ein Gynäkologe, der für die Suizidhilfeorganisation Dignitas Rezepte für das Sterbemittel Natrium-Pentobarbital (NaP) ausstellte, hat auf Ende 2010 seine Praxis aufgegeben. Gleichzeitig wurde ihm eine Senioren-Praxisbewilligung gewährt. Dass er mit dieser Bewilligung keine NaP-Rezepte für suizidwillige Dignitas-Kunden mehr ausstellen könne, sei ihm klar. Damit habe er auch abgeschlossen, erklärte er dem Kantonsarzt. Dem Arzt war vom Verwaltungsgericht im März 2010 verboten worden, NaP-Rezepte an psychisch kranke Sterbewillige abzugeben. Hintergrund des Verbots ist der Suizid eines unter paranoider Schizophrenie leidenden 39-jährigen Spaniers, der im März 2008 im Dignitas-Raum in Schwerzenbach sein Leben beendet hatte. Gesundheitsdirektion und Verwaltungsgericht warfen dem Arzt eine gravierende Verletzung der ärztlichen Sorgfaltspflicht vor. Weder habe ein vertieftes psychiatrisches Gutachten vorgelegen, noch habe der Gynäkologe das nötige Psychiatrie-wissen gehabt. Das psychiatrische Gutachten des spanischen Arztes habe lediglich eine halbe A4-Seite umfasst. Zudem «könnte in Zweifel gezogen werden, ob der Todeswunsch des psychisch kranken Patienten ohne äussere Einflüsse zustande kam und ob effektiv keine alternativen Behandlungsmethoden bestanden». Der Gynäkologe wandte sich ans Bundesgericht. Ob die Richter den Fall behandeln, ist nach der Aufgabe der Praxis fraglich. Normalerweise tritt das Bundesgericht auf Beschwerden nicht mehr ein, wenn das «schutzwürdige Interesse an einer Beurteilung» fehlt. Ein Grund, sich mit der Beschwerde zu befassen, läge dann vor, wenn sich Fragen stellten, die über den Einzelfall hinaus von grundsätzlicher Bedeutung wären. Die Parteien haben bis Mitte Februar Zeit, dazu Stellung zu nehmen. 2C_466/2010

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