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«Dora Andres nimmt zusätzliche Suizide in Kauf»

WaffeninitiativeDie Schützenkönigin,TA vom 23. Dezember Jeder Einzelfall ist wichtig. Die Präsidentin der Schweizer Schützen, Dora Andres, sagt: «Jeder Einzelfall ist tragisch. Aber man kann nicht wegen Einzelfällen alle anderen bestrafen.» Diese Aussage stimmt insofern nicht, weil genau solche Einzelfälle immer wieder zu Gesetzesänderungen geführt haben und auch dazu führen müssen, denn nur aus solchen Fällen lernt der Mensch! War es zum Beispiel beim Zürcher Hundegesetz nicht so, musste nicht erst ein kleiner Junge sterben? Die Schützen haben nun Angst, dass sie Ihren «Sport» in Zukunft nicht mehr wie gewohnt ausführen könnten. Das ist doch Unsinn. Würden die Schweizer Schützen nur einen Bruchteil der ihnen zur Verfügung stehenden Mittel, nicht in einen heuchlerischen Abstimmungskampf, sondern in neue Spinde für die Waffenaufbewahrung im Schützenhaus oder im nahe gelegenen Zeughaus investieren, wäre das Problem bereits gelöst. Raphael Greutert, Uster Keine Opfer in Kauf nehmen. Die Initiative für den Schutz vor Waffengewalt verlangt, dass die Armeewaffe sicher im Zeughaus aufbewahrt wird und dass es für den Erwerb einer Waffe einen Bedarfs- und Fähigkeitsausweis braucht. Die Schützenpräsidentin Dora Andres fühlt sich bei solchen Forderungen an totalitäre Regimes erinnert. Massnahmen, die Menschenleben retten und zur Sicherheit von Frauen und Kindern beitragen können, als totalitär zu bezeichnen, ist reichlich fehl am Platz. Es ist doch einfach nur normal, dass ein solch gefährliches Tötungsinstrument, das notabene keinen sichtlichen Nutzen aufweist, nicht nach Hause gehört. Lieber möchte Frau Andres jedoch Opfer in Kauf nehmen, statt für den Schützensport eine allfällige Reorganisation zu akzeptieren. Ausgewiesene Schützen dürften im Übrigen ihre Waffen auch nach Annahme der Initiative behalten. Karin Jenni, Bern Mündige Bürger auch ohne Waffen. Es sind die ökonomischen Interessen ihres Verbandes, die Dora Andres vertritt. Sie behauptet, dass ein Bürger, der seine Waffe abgibt, entmündigt würde. Sind also alle Bürgerinnen und Bürger, die keine Waffen besitzen in diesem Land, unmündig? Fakt ist, dass weniger Schusswaffen zu Hause zu mehr Sicherheit und weniger Gewalt und Toten durch Schusswaffen führen. Dies belegen wissenschaftliche Studien und das sagt auch der Bundesrat in seiner Botschaft zur Initiative. Munition ist in der Schweiz nach wie vor leicht erhältlich und mehr als eine Million privatisierte Armeewaffen sind nirgends registriert. Adrian Feller, Glarus Auch Handys werden registriert. Es ist gut zu wissen, dass sich die CVP-Frauen für die Initiative zum Schutz vor Waffengewalt einsetzen. Diese Politikerinnen wissen, dass sich mit der Initiative Leben schützen lässt. Dora Andres (Präsidentin der Schweizer Schützen) hingegen argumentiert ideologisch verbrämt. Sie spricht von einer Entmündigung der Bürger, wenn in der Schweiz Waffen registriert würden und es einen Fähigkeitsnachweis braucht, um eine Schusswaffe zu besitzen. Ist denn für Frau Andres der Führerschein oder die Pflicht, ein Handy zu registrieren, auch «entmündigend»? Im Interesse der Sicherheit muss die Initiative angenommen werden. Tom Cassee, Zürich Millionen aus der Bundeskasse. Dora Andres kämpft mit merkwürdigen Argumenten gegen die Initiative «Ja zum Schutz vor Waffengewalt». Mal will man die Bürokratie nicht aufblähen, dann wieder kostet die Umsetzung zu viel (als ob die Zeughäuser nicht dringend Zusatzaufgaben suchen sollten, jetzt wo die Armee soviel spart). Die besten Argumente der Befürworter will man mit der Behauptung des Gegenteils entkräften. Warum ist man seitens der Gegnerschaft nicht ehrlich und sagt wirklich, worum es geht? Der Schiesssportverband befürchtet das Wegfallen des Obligatorischen und damit auch den Wegfall von 30 bis 40 Millionen Franken aus der Bundeskasse. Selbst wenn jemand von der militärischen Notwendigkeit des Obligatorischen überzeugt sein sollte: Andere Sportverbände leisten ebenfalls sehr viel für das Wohlergehen unseres Landes (Volksgesundheit) und erhalten nicht soviel Geld. Dora Andres verteidigt die wirtschaftlichen Interessen ihres Verbandes und nimmt damit nicht nur zusätzliche Suizide, sondern auch mehr häusliche Gewalt in Kauf. Remo Ziegler, Zürich «Der Verbandbefürchtet dasWegfallen desObligatorischen, also den Wegfall von 30 bis 40Millionen Franken.»

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